Senior Fellows

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. Ritu Agarwal, PhD ist Professorin und Inhaberin des Robert H. Smith Dean’s Chair of Information Systems an der Robert H. Smith School of Business der University of Maryland (USA) sowie Gründerin und Direktorin des Center for Health Information and Decision Systems (CHIDS). Sie hat über 90 Beiträge in renommierten Fachzeitschriften, wie z. B. „Information Systems Research“, „MIS Quarterly“ und „Management Science“, veröffentlicht und ist regelmäßig Referentin auf nationalen und internationalen Konferenzen. 2019 wurde sie mit dem LEO Award der Association for Information Systems (AIS) ausgzeichnet.Ihre Forschung konzentriert sich auf die Digitalisierung des Gesundheitswesens, die Nutzung von IT in Krankenhäusern, die medizinische Informatik, den digitalen Datenschutz sowie die Rolle von IT bei der Patienteneinbindung.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens: Mobile Technologien für die Einbindung von Patienten in die Behandlung chronischer Krankheiten

Mobilgeräte sind aus unserem beruflichen und privaten Alltag nicht mehr wegzudenken. Der Marktdurchbruch von Smartphones und Tablet PCs ist insbesondere auf die stark wachsende Angebotsvielfalt mobiler Anwendungen und deren Benutzerfreundlichkeit zurückzuführen. Diese Entwicklung ist auch für das Gesundheitswesen von großer Bedeutung. Mobile Anwendungen ermöglichen die Einbindung von Patienten in medizinische Behandlungsprozesse und damit eine Reduzierung der Kosten im Gesundheitswesen.

Das Forschungsprojekt untersucht, inwieweit soziale, technologiegestützte Interaktionen mit anderen Patienten und Fachkräften aus dem Gesundheitswesen ältere Diabetes-Patienten in die Lage versetzen und dazu motivieren, sich verstärkt in Behandlungsprozesse einzubringen. Zusätzlich sollen die Einflüsse solcher Interaktionen auf den Krankheits- bzw. Genesungsverlauf ermittelt werden. Das Projekt soll zu einem tieferen Verständnis bezüglich des Designs, der Umsetzung und der Evaluierung von mobilen Plattformen und Mini-Applikationen („Apps“) im Gesundheitswesen sowie deren Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden chronisch kranker Personen beitragen.

Foto: University of Edinburgh

Prof. Miguel F. Anjos, PhD ist Lehrstuhlinhaber für Operational Research an der Universität von Edinburgh und Inhaber eines Inria International Lehrstuhls. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der mathematischen Optimierung, insbesondere für Anwendungen in elektrischen Energiesystemen. Er ist akademischer Gründungsdirektor des Trottier Institute for Energy at Polytechnique Montreal und designierter Präsident der INFORMS- Sektion für Energie, natürliche Ressourcen und Umwelt. Zu seinen Auszeichnungen gehören die IEEE Senior Membership, ein Canada Research Chair, ein NSERC-Hydro-Quebec-Schneider Electric Industrial Research Chair, ein Humboldt-Forschungsstipendium, der Titel EUROPT Fellow und die Queen Elizabeth II Diamond Jubilee Medal. Er ist Fellow der Kanadischen Akademie für Ingenieurwesen.

Weitreichende Integration von Prosumers in Energiemärkte und -systeme

Der Übergang zu erneuerbaren Energien erfordert ein grundlegendes Umdenken in Bezug auf unsere Stromnetze und -märkte. Eine wichtige Entwicklung hierbei ist das Aufkommen von technologiebasierten Klein-Prosumern (Akteure, die sowohl Energie konsumieren als auch produzieren), wie u. a. in Deutschland und Großbritannien. Die zunehmende Integration von Prosumenten in Energiemärkte und -systeme wirft wichtige technische und wirtschaftliche Fragen auf.

Im Rahmen des Forschungsprojekts werden neuartige mathematische Modelle für Prosumer entwickelt, um ihre Energieerzeugung und ihren Energieverbrauch zu optimieren; für Netzbetreiber, um die Integration von Prosumenten zu optimieren sowie für Aggregatoren, um ihr Flexibilitätsangebot auf den Energiemärkten zu optimieren.

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. John Bessant, PhD, der ursprünglich als Chemieingenieur arbeitete, ist seit über 25 Jahren in der Forschung und Beratung zum Technologie- und Innovationsmanagement aktiv. Er leitet den Lehrstuhl für Innovation und Entrepreneurship der Exeter University, wo er zudem Dekan für Forschungs- und Wissenstransfer ist.

Im Jahr 2003 wurde er mit einer Mitgliedschaft des „Advanced Institute for Management Research“ ausgezeichnet und zum Mitglied der „British Academy of Management“ ernannt. Er diente dem „Business and Management Panel“ in den Jahren 2001 und 2008 für dessen „Research Assessment Exercises“ und fungierte als Berater für verschiedene Regierungen, Unternehmen und internationale Gremien.

Innovation einmal anders

Innovationen sind für Überleben und Wachstum entscheidend – doch deren Potenziale zu nutzen hängt von unserer Fähigkeit ab, den Veränderungsprozess zu organisieren und zu gestalten. Während wir viel darüber wissen, wie das unter stationären Bedingungen abläuft, müssen wir immer noch viel darüber lernen, wie man mit den Herausforderungen der Diskontinuität umgeht. Wenn neue Technologien aufkommen, wenn neue Märkte entstehen oder wenn bedeutende Ereignisse an den Grundpfeilern unserer Gesellschaft rütteln, brauchen wir neue Fähigkeiten, die Innovationen ermöglichen.

John Bessants Forschung wird auf einem gemeinsamen Lernprozess aufbauen, bei dem Wissenschaftler aus öffentlichen und privaten Organisationen zusammen in einem Netzwerk von Innovationslaboren arbeiten und versuchen sich dieser Herausforderungen anzunehmen und Werkzeuge zu entwickeln, die helfen, diese zu bewältigen.

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. Thomas L. Brewer ist Emeritus der School of Business an der Georgetown University in Washington D.C. Seine Veröffentlichungen zum Thema Klimawandel beinhalten fünf Artikel im Fachjournal „Climate Policy“, sowie Beiträge in Büchern herausgegeben von der Cambrigde University, der Brookings Institution, von Elsevier sowie von Routledge. Professor Brewer ist Editor der bevorstehenden Sonderausgabe der Fachzeitschrift „The World Economy“ mit dem Schwerpunktthema „Handel und Klimawandel“.

Er hielt bereits Vorträge zum Thema Klimawandel auf Konferenzen der Brookings Institution in Washington D.C., des Chatham House in London, dem Centre for European Policy Studies (CEPS) in Brüssel, dem ESRI in Tokio, der Europäischen Kommission und des Parlaments sowie auf der UN-Klimakonferenz.

Er veröffentlichte außerdem Artikel zum internationalen Handel und Investitionsangelegenheiten in namhaften Fachzeitschriften sowie dem Oxford Handbook of International Business. Er war Berater der Weltbank, der Konferenz der Vereinten Nationen zum Handel und Entwicklung (UNCTAD) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Er ist Mitarbeiter am CEPS und Berater für Klimastrategien in Cambridge, Großbritannien.

Internationaler Handel und internationaler Klimawandel: Schnittstellenproblematiken

Das Forschungsprojekt hat zwei grundlegende Themen: Zum einen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit vor dem Hintergrund unterschiedlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen mit unterschiedlichen Emissionsabgaben für Kohlenstoffdioxid auf Grund unterschiedlicher Klimapolitik, basierend auf einem wissenschaftlichen Vergleich zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten. Zum anderen den internationalen Austausch klimafreundlicher Technologien. Diese Arbeit bezieht den internationalen Handel, Investitionstätigkeit und Technologietransfer multinationaler Unternehmen sowie deren nationale Richtlinien mit ein.

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Prof. David Burgstahler, PhD ist Julius A. Roller Professor im Bereich Rechnungswesen an der University of Washington (USA). Dort lehrt und forscht er seit 1981 an der Foster School of Business. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Bilanzmanagement, Kapitalmarktreaktionen, Unternehmensbewertung sowie statistische Methoden des Prüfungswesens. 2002 erhielt er den hoch angesehenen Notable Contributions to the Accounting Literature Award der American Accounting Association. Aufgrund seiner Ausnahmestellung innerhalb der Fachdisziplin ist er als Gutachter bei Top-Journals wie Journal of Accounting and Economics, Journal of Accounting Research und The Accounting Review tätig. Ferner war er von 1983 bis 1986 sowie von 1992 bis 2003 Mitherausgeber von The Accounting Review, welche zu den renommiertesten Journals im Bereich des Rechnungswesens zählt.

Größenklassenreduzierende Bilanzpolitik in europäischen Unternehmen zur Minimierung von Offenlegungspflichten und Wirtschaftsprüfungskosten

Unternehmen haben Anreize größenklassenreduzierende Bilanzpolitik zu betreiben, wenn die Kosten der Offenlegung den Nutzen übersteigen. Ziel des Forschungsvorhabens von David Burgstahler ist es, eine diesbezüglich in der Praxis geäußerte Hypothese zu untersuchen. Diese besagt, dass mittelständische Unternehmen – insbesondere diejenigen, die sich an der Schwelle zwischen der kleinen und mittleren Größenklasse bewegen – gezielt eine Beeinflussung von Größenkriterien vornehmen, um als kleines Unternehmen eingestuft zu werden. Hierdurch müssen weniger wettbewerbsrelevante Informationen offengelegt werden. Ferner umgehen die Unternehmen kostenintensive Jahresabschlussprüfungen.

Das Forschungsprojekt adressiert eine Fragestellung, die in den USA wegen der fehlenden Offenlegungsverpflichtung von nicht börsennotierten Unternehmen nicht untersucht werden kann. Für die empirische Analyse bieten sich hingegen wichtige Länder der EU, nicht zuletzt Deutschland mit seinem wirtschaftlich enorm bedeutenden Mittelstand, an. Die Ergebnisse sind nicht nur aus rein wissenschaftlicher Sicht von hohem Interesse, sondern auch aus praktischer Sicht hochrelevant für mittelständische Unternehmen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Softwarehäuser (z. B. DATEV eG) und Gesetzgeber (sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene).

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. Samir Chatterjee, PhD ist Lehrstuhlinhaber des Fletcher Jones Chair of Design, Technology & Management an der Claremont Graduate University sowie Gründungsdirektor von IDEA Labs (Innovations Design Empowerment Applications Laboratory). Seit 2017 ist er zudem Lehrbeauftragter für Design & Innovation an der USC Iovine & Young Akademie der University of Southern California. 2015 wurde er mit dem Distinguished Lifetime Achievement Award für seine Verdienste auf dem Gebiet der Design Science ausgezeichnet. Er war Gastprofessor am Indian Institute of Management in Ahmedabad und Kalkutta, am Indian Institute of Technology Bombay, an der Kanwal Rekhi School of Information Technology, der Aalto University in Finnland und der Copenhagen Business School.

Einsatz von Sensoren und Internet der Dinge-Technologien in der Behandlung chronischer Krankheiten älterer Patienten

Telemedizinische Methoden finden einen zunehmend breiteren Einsatz in der Patientenversorgung. Elektronische Gesundheitsdienste ermöglichen Ferndiagnosen, die Fernüberwachung des Zustands von Patienten und können einen wichtigen Beitrag zu einem unabhängigeren Leben der Patienten leisten. Im Forschungsprojekt soll untersucht werden, wie medizinische Überwachungssysteme durch die Anwendung von Technologien wie der Sensortechnologie und dem Internet der Dinge entwickelt werden können, die speziell für ältere Patienten mit chronischen Krankheiten ausgerichtet sind. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Systemen, die die aktive Mitwirkung des Patienten durch einen auf ihn zugeschnittenen Behandlungsablauf unterstützen. Unter Zuhilfenahme der Design Science Research Methodologie sollen unterstützende Artifakte entwickelt werden, deren Wirksamkeit und Verwendbarkeit durch Studien an Kontrollgruppen getestet werden.

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. Prithwiraj Choudhury, PhD ist Lumry Family Associate Professor an der Harvard Business School. Zuvor war er Assistant Professor an der Wharton School der University of Pennsylvania. Er absolvierte einen Bachelor in Informatik am Indian Institute of Technology Kharagpur, einen Master of Business Administration am Indian Institute of Management Calcutta und promovierte an der Harvard University. Vor seiner akademischen Laufbahn arbeitete er bei McKinsey & Company, Microsoft und IBM. Im Jahr 2023 wurde er von Forbes in die „Future of Work 50“-Liste aufgenommen. Derzeit ist er Associate Editor bei Management Science.

Seine Forschung konzentriert sich auf die Zukunft der Arbeit, insbesondere auf die sich verändernde Geographie der Arbeit; die hybride Arbeit, Remote-Arbeit und „Arbeit von überall“ (work from anywhere); wie Unternehmen, Gemeinden und Länder um Remote-Arbeitende konkurrieren und wie KI, Automatisierung und digitale Zwillinge sowohl Beschäftigten, die überwiegend in Büroumgebungen tätig sind als auch solchen, die nicht am Schreibtisch arbeiten, helfen können, von überall aus zu arbeiten.

Seine Forschungsarbeiten wurden in führenden akademischen Fachzeitschriften wie Management Science, Organization Science, Strategic Management Journal, Journal of International Business Studies, The Review of Financial Studies, The Review of Economics and Statistics, Journal of Development Economics, Harvard Business Review veröffentlicht. Er ist Autor des Buches „The World is Your Office“ und wurde unter anderem von BBC, CNBC, New York Times, The Wall Street Journal, The Washington Post, Financial Times und Freakonomics zitiert.

Digitale Zwillinge: Wie künstliche Intelligenz und Automatisierung die Zukunft der Arbeit für „schreibtischlose“ Arbeitnehmende bestimmen

Die Zukunft der Arbeit befindet sich angesichts des Vormarschs der generativen künstlichen Intelligenz (KI), der Telearbeit und der Automatisierung im Umbruch. Frühere Forschungsarbeiten befassen sich hauptsächlich mit den Auswirkungen flexibler Arbeitsarrangements für Beschäftigte, die überwiegend in Büroumgebungen tätig sind (white collar).

In seinem Forschungsprojekt untersucht er, wie sich die Flexibilisierung von Arbeitsarrangements auf Beschäftigte ohne oder mit nur anteiliger Bürotätigkeit (blue collar) auswirkt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Frage, ob Frauen in flexiblen Arrangements Produktivitätsgewinne und Karrierefortschritte erfahren. Dafür werden Umfragen, Auswahlexperimente und qualitative Fallstudien im verarbeitenden Gewerbe oder im Gesundheitswesen durchgeführt. Ein weiterer Projektfokus ist, die Auswirkungen des Einsatzes von digitalen Zwillingen – einer Technologie, die künstliche Intelligenz, Automatisierung, Sensoren und Cloud-Dienste kombiniert – auf die Produktivität, die Rekrutierung, die Qualifizierung, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie die geografische Verteilung von Beschäftigten, die nicht oder nur teils im Büro arbeiten, zu untersuchen.

In einer Zeit, in der ortsunabhängiges und digitales Arbeiten zunehmend an Bedeutung gewinnt, wird das Forschungsprojekt neue Erkenntnisse zur Theorie des multinationalen Unternehmens hervorbringen.

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. Dr. Evangelia Demerouti studierte Psychologie an der Universität Kreta (Griechenland). Nach Abschluss ihres Studiums erhielt sie ein Stipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und promovierte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zum Thema Burnout. Seit September 2009 ist sie Professorin an der Technischen Universität Eindhoven (Niederlande). In der Forschung beschäftigt sich Evangelia Demerouti schwerpunktmäßig mit dem Leistungsmanagement und insbesondere mit den Auswirkungen von Stellenbeschreibungen, Entscheidungsprozessen, dem Wohlbefinden von Mitarbeitern, dem Einklang von Arbeits- und Privatleben (Work-Life-Balance) und dem sogenannten Job Crafting. Ihre Forschungsergebnisse hat Evangelia Demerouti in über 200 Veröffentlichungen publiziert. Einzelne Veröffentlichungen von ihr wurden bereits bis zu 4.000 Mal von anderen Forschern weltweit zitiert. Außerdem ist sie Mitherausgeberin von zwei renommierten internationalen Fachzeitschriften (European Journal of Work and Organizational Psychology und Occupational Health Psychology).

Verbesserung der Arbeitsleistung und des Wohlbefindens von Mitarbeitern durch partizipative Methoden des Leistungsmanagements: Wann funktioniert es und warum?

Beim Job Crafting passen Mitarbeiter ihre Arbeitsaufgaben an ihre persönlichen Arbeitspräferenzen an. In diesem Zusammenhang untersucht das Forschungsprojekt von Evangelia Demerouti, ob individuelles Job Crafting zur Erklärung der leistungsfördernden Aspekte von ProMES (einem System zur Messung und Steigerung der Mitarbeiterproduktivität, das stark partizipative Elemente enthält) sowie zur Verbesserung der Innovationsfähigkeit von Mitarbeitern und zur Förderung ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens beiträgt.

Zum Test dieser Hypothesen wird das Forschungsprojekt bereits vorhandene Tagebuchdaten sowie eine neue ProMES-Intervention einsetzen. Während der ProMES-Intervention wird das tagtägliche Job Crafting-Verhalten von Mitarbeitern mithilfe von innovativen IT-Instrumenten (z. B. einer Smartphone App) gemessen. Ein Ziel des Forschungsprojekts ist es, das Messinstrument zu erweitern und damit die zunehmende Nutzung von ProMES und Job Crafting in Organisationen zu unterstützen. Der Einsatz von mobilen IT-Systemen, die Mitarbeiter regelmäßig mit Informationen zu ihrer Arbeitsleistung und ihrem Job Crafting-Verhalten versorgen, kann nicht zuletzt auch die Innovationsfähigkeit von Organisationen steigern.

Foto: SFZ/Jochen Ermann

Prof. DDr. Adamantios Diamantopoulos war von 2004 bis 2023 Inhaber des Lehrstuhls für Internationales Marketing an der Universität Wien (Österreich). Nach seinem Ruhestand ist er dort Professorial Research Fellow und außerdem Gastdozent an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Ljubljana (Slowenien). Zuvor hatte er Vollzeitprofessuren an der University of Wales und der Loughborough University in Großbritannien sowie Gastprofessuren in Frankreich, Deutschland, Griechenland, Schweden, Spanien, Großbritannien und den USA inne. Im akademischen Jahr 2012/13 war er „Joseph A. Schumpeter Fellow“ an der Harvard University. Seine Arbeiten erschienen unter anderem im Journal of Marketing Research, Journal of International Business Studies, Journal of the Academy of Marketing Science, International Journal of Research in Marketing, MIS Quarterly und im Journal of Retailing.

Kundenresonanz auf Ursprungsland, Ursprungsregion und markenspezifische Hinweise: Kognitive und affektive Dimensionen

Durch eine Reihe von sich ergänzenden Studien untersucht dieses Projekt den Einfluss alternativer Wirkungen (kognitiv vs. affektiv) von Informationen über Ursprungsland und -region auf die Markenwahrnehmung, die Kaufabsicht und die Zahlungsbereitschaft der Kunden. Spezielle Gewichtung erfährt hierbei (a) die relative Wichtigkeit von kognitiven und affektiven Dimensionen der Herkunftsbezeichnung bei der Kundenresonanz, (b) die Rolle, die mehrere Konsumentenidentitäten (z.B. die nationale und regionale Identität) bei der Gestaltung solcher Reaktionen spielen und (c) eine potentielle Abweichung bei verschiedenen Produktkategorien.

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. Shirley Gregor, PhD ist Professorin für Information Systems an der Australian National University in Canberra (AUS), wo sie auch als stellvertretende Direktorin des National Centre for Information Systems Research tätig ist. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Adaption und strategischer Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien, intelligente Systeme, Mensch-Computer-Interaktion und Technikphilosophie. Ihre Forschung wurde in international renommierten Fachzeitschriften wie MIS Quarterly, Journal of the Association of Information Systems sowie European Journal of Information Systems veröffentlicht. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Verdienste im Bereich der Bildung und Forschung im Fachgebiet Information Systems sowie für ihre Arbeit zum E-Commerce in der Agrarindustrie wurde Shirley Gregor im Juni 2005 mit dem Australischen Verdienstorden geehrt. Sie ist Fellow der Australian Computer Society und der Association for Information Systems (AIS).

Knowledge-Design-Innovation (KDI) – Ein integratives Forschungsprogramm

Das übergeordnete Ziel des gemeinsamen Forschungsprojekts von Shirley Gregor und Alan R. Hevner ist es, Forschungsströme innerhalb der Bereiche Wissen, Design und Innovation (Knowledge- Design-Innovation) zu verbinden. Durch ihr Projekt soll eine Brücke zwischen verschiedenen Forschungsdisziplinen auf der einen Seite sowie der Wissenschaft, der Unternehmenspraxis und der öffentlichen Verwaltung auf der anderen Seite geschlagen werden.

Alan R. Hevner und Shirley Gregor arbeiten in ihrem Forschungsprojekt an einem integrativen, konzeptionellen Bezugsrahmen für die Erforschung und das Management von Innovationen. Aufbauend auf ihren hochzitierten Veröffentlichungen zu designorientierten Forschungsmethoden haben sie bereits ein erstes konzeptionelles Rahmenwerk, die sogenannte „Knowledge-Innovation Matrix“ (KIM), entwickelt. Dieses Rahmenwerk, das einen Lösungsraum entlang der Dimensionen Wissen („Lösung“) und Anwendung („Problem“) aufspannt, soll zu einem besseren Verständnis von Innovationen beitragen. Im Rahmen ihres Projekts werden Shirley Gregor und Alan R. Hevner relevante Prozesse, Theorien und Forschungsergebnisse in das bestehende Rahmenwerk integrieren. Der erweitere KIM-Bezugsrahmen soll dann auf seine Anwendbarkeit in Innovationsprozessen in der Praxis geprüft und entsprechend verfeinert bzw. angepasst werden.

Ein konkretes Ziel des Forschungsprojekts ist es, ein System zur Bewertung der Art und der Intensität der Mitwirkung von Organisationen in Innovationsprozessen zu entwickeln. Die Entwicklung eines solchen Bewertungssystems ermöglicht u. a. ein Innovations-Benchmarking von Unternehmen in Deutschland, den USA und Australien. Die Entwicklung des Bewertungssystems baut auf der theoretischen Grundlage des Design Science-Forschungsparadigmas auf.

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. Alan R. Hevner, PhD ist Professor für Information Systems am College of Business an der University of South Florida (USA), an der er den Citigroup/Hidden River Chair of Distributed Technology innehat. In der Forschung beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit dem Design von Informationssystemen, dem Software Engineering, verteilten Datenbankmanagementsystemen, IT im Gesundheitswesen und Service-Oriented Computing (SOC). Er hat bereits über 200 Forschungsbeiträge veröffentlicht und war zudem als Berater für zahlreiche Fortune 500-Unternehmen tätig. Alan R. Hevner ist Fellow der American Association for the Advancement of Science (AAAS) und Mitglied der Association for Information Systems (AIS), der Association for Computing Machinery (ACM), dem Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) sowie von Information Systems Research (INFORMS).

Knowledge-Design-Innovation (KDI) – Ein integratives Forschungsprogramm

Das übergeordnete Ziel des gemeinsamen Forschungsprojekts von Shirley Gregor und Alan R. Hevner ist es, Forschungsströme innerhalb der Bereiche Wissen, Design und Innovation (Knowledge- Design-Innovation) zu verbinden. Durch ihr Projekt soll eine Brücke zwischen verschiedenen Forschungsdisziplinen auf der einen Seite sowie der Wissenschaft, der Unternehmenspraxis und der öffentlichen Verwaltung auf der anderen Seite geschlagen werden.

Shirley Gregor und Alan R. Hevner arbeiten in ihrem Forschungsprojekt an einem integrativen, konzeptionellen Bezugsrahmen für die Erforschung und das Management von Innovationen. Aufbauend auf ihren hochzitierten Veröffentlichungen zu designorientierten Forschungsmethoden haben sie bereits ein erstes konzeptionelles Rahmenwerk, die sogenannte „Knowledge-Innovation Matrix“ (KIM), entwickelt. Dieses Rahmenwerk, das einen Lösungsraum entlang der Dimensionen Wissen („Lösung“) und Anwendung („Problem“) aufspannt, soll zu einem besseren Verständnis von Innovationen beitragen. Im Rahmen ihres Projekts werden Shirley Gregor und Alan R. Hevner relevante Prozesse, Theorien und Forschungsergebnisse in das bestehende Rahmenwerk integrieren. Der erweitere KIM-Bezugsrahmen soll dann auf seine Anwendbarkeit in Innovationsprozessen in der Praxis geprüft und entsprechend verfeinert bzw. angepasst werden.

Ein konkretes Ziel des Forschungsprojekts ist es, ein System zur Bewertung der Art und der Intensität der Mitwirkung von Organisationen in Innovationsprozessen zu entwickeln. Die Entwicklung eines solchen Bewertungssystems ermöglicht u. a. ein Innovations-Benchmarking von Unternehmen in Deutschland, den USA und Australien. Die Entwicklung des Bewertungssystems baut auf der theoretischen Grundlage des Design Science-Forschungsparadigmas auf.

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. Ian P. King, PhD ist Professor für Makroökonomie an der University of Queensland (Australien). Er promovierte 1989 in Volkswirtschaftslehre an der Queens University (Kanada). Seine akademische Laufbahn führte ihn an die University of Calgary, die University of Victoria (Kanada), die University of Iowa (USA), die University of Auckland und die University of Otago (Neusseeland) sowie an die University of Melbourne (Australien). Seine Forschung wurde in international renommierten Fachzeitschriften wie Econometrica, Review of Economic Studies, Journal of Monetary Economics und Journal of Economic Theory veröffentlicht. Zudem war er Herausgeber der New Zealand Economic Papers und ist aktuell der Vorsitzende des Board of the Australasian Macroeconomics Society.

Einkommensungleichheit, Arbeitslosigkeit und öffentliche Politik

In seinem Forschungsprojekt untersucht Ian P. King, wie Einkommensungleichheit und Arbeitslosigkeit sich gegenseitig bestimmen und wie sich öffentliche Politik auf diese beiden volkswirtschaftlichen Größen auswirkt. Darauf aufbauend sollen optimale politische Rahmenbedingungen identifiziert werden. Für die Untersuchung wird ein quantitatives Modell entwickelt, das von Arbeitskräften mit unterschiedlichen Qualifikationen sowie von Firmen, die Arbeitsplätze für gering- und hochqualifizierte Arbeitskräfte anbieten, ausgeht. Politische Variablen wie Arbeitslosenunterstützung, Arbeitsplatzsubventionen, Einkommenssteuerstruktur sowie eine Beschränkung des Staatsbudgets werden eingeführt, um die individuellen Einflüsse dieser Variablen zu untersuchen und Wege zu finden, wie diese miteinander in Einklang gebracht werden können.

Ian P. King wird seine Fellowship-Mittel unter anderem für den Aufbau eines wissenschaftlichen Austauschprogramms für Professoren und Doktoranden der FAU Erlangen-Nürnberg und der University of Queensland einsetzen. Das Ziel des Austauschprogramms ist es, bestehende Forschungskooperationen zwischen deutschen und australischen Makroökonomen auszubauen.

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. Dr. Jan Marco Leimeister ist Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsinformatik und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik (IWI-HSG) an der Universität St. Gallen (Schweiz). Er bearbeitet Themen rund um digitale Transformation, digitale Service Innovationen, Crowdsourcing sowie die Zukunft digitaler Zusammenarbeit, digitalen Lernens und der Interaktion zwischen künstlicher Intelligenz und Menschen. Er wurde international für herausragende Forschung, Lehre und Bildung ausgezeichnet. Seit 2009 zählt er durchgehend zu den Top 1 % der produktivsten Forschenden im Bereich der Betriebswirtschaft im deutschsprachigen Raum. Seine Arbeiten werden regelmäßig in A+ und Financial Times Top 50 Zeitschriften veröffentlicht. Er ist Editor in Chief des Journal of Information Technology (JIT) und u. a. in den Editorial Boards von Information Systems Research (ISR) und Journal of Management Information Systems (JMIS). Er ist Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums für Informationstechnik-Gestaltung (ITeG) an der Universität Kassel. Zudem ist er Vizepräsident des weltweiten Wirtschaftsinformatik-Verbandes AIS (Association for Information Systems).

GenAI und Wissensarbeit – Kann es gelingen bei Einsatz von GenAI die eigene Arbeit selbstbestimmt zu gestalten?

Mit dem Zeitalter von generativer künstlicher Intelligenz (KI) verändert sich die Art und Weise wie wir lernen, leben und arbeiten. Mitarbeitende verfügen dazu über hohes Potenzial zur Vereinfachung und Veränderung ihrer Aufgaben, wenn sie dazu motiviert und befähigt werden. In der Berufspsychologie ist dieses Phänomen als „Job Crafting“ bekannt. Das Forschungsprojekt widmet sich einer tiefgreifenden Analyse, wie der Einsatz generativer KI-Tools das Arbeitsverhalten beeinflusst. Dies umfasst insbesondere die Effekte auf die Produktivität als auch auf die Kompetenzentwicklung der Mitarbeitenden. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der möglichen kognitiven Entlastung durch den Einsatz generativer KI zu. Hierfür wird im Projekt u. a. auch auf neurophysiologische Messmethoden zurückgegriffen, um Einblicke in die kognitive Verarbeitung während der Nutzung von KI zu gewinnen. Das Ziel ist die Entwicklung eines umfassenden Verständnisses darüber, wie generative KI-Technologien die Arbeitswelt nicht nur verändern, sondern auch bereichern können. Die erwarteten Ergebnisse versprechen, einen stimulierenden Beitrag zur aktuellen Debatte über den Einfluss und die Integration von generativer KI in der Arbeitswelt zu leisten.

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. Andy Neely, PhD ist Gründungsdirektor der Cambridge Service Alliance und Professor für Komplexe Systeme an der Royal Academy of Engineering der University of Cambridge (UK). Er zählt auf dem Gebiet der „Servitization“ zu den weltweit anerkannten Spitzenforschern. Vor seinem Ruf an die University of Cambridge arbeitete er an der Cranfield University, der London Business School, der Nottingham University (wo er auch promovierte) und bei der British Aerospace. Von 2003 bis 2012 war er stellvertretender Direktor des Advanced Institute of Management (AIM) Research. Darüber hinaus wurde er 2007 als Fellow der British Academy of Management, 2008 als Mitglied der Academy of Social Sciences und 2009 als Fellow der European Operations Management Association ausgezeichnet.

Geschäftsmodellinnovationen im Dienstleistungssektor – der Einfluss von „Big Data“

Aktuelle Diskussionen zum Thema „Big Data“ konzentrieren sich zumeist auf die Analyse von Kundendaten. Es häufen sich jedoch die Anzeichen, dass große Datenmengen auch insbesondere bei der Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle nützlich sein können. Führende Unternehmen experimentieren bereits damit, wie ihnen neue Datenquellen dabei helfen können, innovative Geschäftsmodelle im Dienstleistungsbereich zu entwickeln, um damit zusätzlichen Wert für ihre Kunden zu schaffen.

Das Forschungsprojekt untersucht, wie große Datenmengen Geschäftsmodellinnovationen in produzierenden Unternehmen stimulieren können, die einen Wandel zum Dienstleistungsanbieter anstreben. Darüber hinaus sollen praktische und theoretische Anforderungen hinsichtlich einer besseren Nutzung von „Big Data“ für die Innovation von Geschäftsmodellen identifiziert sowie entsprechende Vorgehensmodelle und Methoden entwickelt und getestet werden.

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. Jeffrey Parsons, PhD ist University Research Professor und Professor of Information Systems an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Memorial University of Newfoundland (CDN). Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen konzeptionelle Modellierung, Crowdsourcing, Informationsqualität, Datenintegration sowie Empfehlungssysteme. Zu diesen Themen hat er bereits zahlreiche Artikel in renommierten Zeitschriften in den Fachgebieten Information Systems (z. B. MIS Quarterly, Information Systems Research, Journal of the Association for Information Systems), Management (z. B. Management Science), Informatik (z. B. ACM Transactions on Database Systems, IEEE Transactions on Knowledge and Data Engineering) sowie in der Biologie (z. B. Nature, Conservation Biology) veröffenlicht. Aktuell ist er Senior Editor bei MIS Quarterly und war außerdem als Senior Editor für das Journal of the Association for Information Systems sowie als Program Co-Chair für eine Vielzahl führender Information Systems-Konferenzen (z. B. AMCIS, WITS und ER) tätig.

Design von Daten-Crowdsourcing-Plattformen zur Steigerung der Datenqualität

Crowdsourcing ist heutzutage eine verbreitete Herangehensweise, um Menschen in die Sammlung von Daten einzubeziehen. Eine zentrale Herausforderung beim Crowdsourcing ist es, sicherzustellen, dass die Daten vielfältig genug sind, um nicht vorhergesehene Anwendungsfälle unterstützen zu können. Im Rahmen des Forschungsprojekts sollen zunächst experimentelle Studien durchgeführt werden, um die Hypothese zu testen, dass die Expertise der Beitragenden negativ mit der Vielfalt der Daten verbunden ist, aber keinen Einfluss auf die Datengenauigkeit hat. Basierend auf diesen Studien sollen anschließend Designmerkmale abgeleitet und bewertet werden, die darauf abzielen, die Vielfalt von Crowdsourcing-Daten zu erhöhen. Die Forschungsergebnisse werden zu einem besseren Verständnis beitragen, wie man Crowdsourcing-Plattformen gestaltet, um die Fähigkeit zur Erfassung von qualitativ hochwertigen, vielfältigen Daten zu maximieren.

Foto: SFZ/Jochen Ermann

Prof. Imran Rasul, PhD bekam im Jahr 2003 seinen Doktortitel in Volkswirtschaftslehre von der London School of Economics verliehen. Er ist momentan Professor am University College London, stellvertretender Leiter des Centre for the Microeconomic Analysis of Public Policy am Institute of Fiscal Studies und stellvertretender Forschungsleiter des Entrepreneurship Research Program des International Growth Centre. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Arbeits-, Haushalt- und Entwicklungsökonomie. Von 2009-20123 war er einer der geschäftsführende Herausgeber des Review of Economic Studies Journal. 2007 wurde er mit dem IZA Young Economist Prize und 2008 mit dem CESIfo Distinguished Affiliate Award ausgezeichnet.

Illegale Verhaltensweisen verstehen

Das Forschungsprojekt untersucht die Gründe für illegale Verhaltensweisen. Die Projekte werden unter Anwendung einer Vielzahl von wissenschaftlichen Methoden durchgeführt und werten dabei Daten aus verschiedenen Ländern aus. In einem ersten Projekt führen wir ein Feldexperiment durch, um die Determinanten der Steuermoral in einem Szenario, in dem Individuen selbst über ihr zu versteuerndes Einkommen Auskunft geben müssen, zu untersuchen. In einem zweiten Projekt werden die Wissenschaftler die Gründe für kriminelles Verhalten und wie es mit Überwachungsstrategien auf dem Drogenmarkt in Verbindung steht, nachvollziehen.

Foto: SFZ/Jochen Ermann

Prof. Carol S. Saunders, PhD ist emeritierte Professorin an der University of Central Florida und zählt auf den Gebieten Wirtschaftsinformatik und Management zu den weltweit anerkannten Spitzenforschern. Ihre herausragende Forschungsleistung wird unter anderem durch mehr als 50 Veröffentlichungen in hochrangigen Fachzeitschriften eindrucksvoll belegt. Ihre Ausnahmestellung innerhalb der Fachdisziplin wird außerdem durch ihre mehrjährige Tätigkeit als Hauptherausgeberin des renommierten Fachjournals „MIS Quarterly“ sowie ihre Auszeichnung mit dem LEO Award, der weltweit höchsten Auszeichnung auf dem Fachgebiet Wirtschaftsinformatik, verdeutlicht. Für ihre bedeutenden Leistungen in der Forschung wurde Carol S. Saunders als Fellow der Association of Information Systems (AIS) gewürdigt. Zahlreiche Forschungsaufenthalte führten sie unter anderem nach Neuseeland, Singapur, in die Niederlande sowie an das Institut für Wirtschaftsinformatik der FAU Erlangen-Nürnberg, wo sie 2012 für mehrere Monate als Gastprofessorin tätig war.

Emotional-kognitive Überlastung durch Informationstechnologien

Im Rahmen des Forschungsprojektes sollen die Auswirkungen der zunehmenden Informationsüberflutung von Personen im beruflichen sowie privaten Alltag, die insbesondere durch den Einsatz von Informationstechnologien verstärkt wird, eingehender untersucht werden. Ausgehend von einem bereits zuvor entwickelten emotional-kognitiven Modell soll aufgezeigt werden, wie unterschiedliche Probanden die Überlastung mit zu vielen Informationen auf einmal konfrontiert zu werden, bewältigen.

Foto: Martin Schreier

Prof. Dr. Martin Schreier ist seit 2012 Professor für Marketing-Management an der WU Wien. Davor war er an der renommierten Università Commerciale Luigi Bocconi in Mailand tätig. In Lehre und Forschung beschäftigt er sich mit Kernthemen des Marketings wie etwa dem Kundenzentrierten Management, der Markenführung, der Neuproduktentwicklung sowie dem einhergehenden Konsumentenverhalten.
Seine Forschungsarbeiten wurden in internationalen Top-Journals veröffentlicht (z. B. Journal of Marketing, Management Science), mit Best Paper Awards ausgezeichnet und von internationalen Medien aufgegriffen und diskutiert. Er ist aktuell Associate Editor der Zeitschrift Journal of Marketing und Editor-in-Chief Elect der Zeitschrift International Journal of Research in Marketing.

„University Knowledge Inside“: Warum und wann Produkte für Konsumenten attraktiver sind, die gemeinsam mit Universitäten entwickelt wurden

Unternehmen arbeiten oft mit Universitäten zusammen, um Innovationen zu entwickeln. Dieses Forschungsprojekt untersucht, wie KonsumentInnen Produkte wahrnehmen, die zusammen mit einer Universität entwickelt wurden. Erste Ergebnisse zeigen, dass KonsumentInnen Produkte, die gemeinsam mit einer Universität entwickelt wurden, als ausgeklügelter und vertrauenswürdiger wahrnehmen als firmeneigene Produkte oder Produkte, die mit einem Unternehmenspartner entwickelt wurden. Folglich sollten KonsumentInnen eher bereit sein, solche Produkte zu kaufen.

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, neue Erkenntnisse über die Wahrnehmung von Universitäten aus KundInnensicht zu gewinnen, psychologische Prozesse zu erkunden und abzustecken und Handlungsempfehlungen für die Praxis zu gewinnen.

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. Dr. Jan vom Brocke ist Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Geschäftsprozessmanagement an der Universität Münster und Direktor am ERCIS – dem Europäischen Forschungszentrum für Informationssysteme. Seine Forschung wurde in vielen der A+ und Financial Times Top 50 Zeitschriften veröffentlicht, u. a. in Management Science, MIS Quarterly, Journal of Management Information Systems und MIT Sloan Management Review. Er war in vielen leitenden akademischen Funktionen tätig, u. a. als Prorektor Forschung der Universität Liechtenstein, als Vize-Präsident Lehre der Association for Information Systems (AIS) sowie als Vorstandsmitglied im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB). In Anerkennung seiner Leistungen wurde er zum Fellow der AIS ernannt.

Process Science – Interdisziplinäre Forschung zum Kontinuierlichen Wandel

Das Forschungsprojekt befasst sich mit dem Verständnis des kontinuierlichen Wandels. Wir leben in einem Zeitalter des Wandels – man denke nur an den Klimawandel, die Globalisierung, die Plattformisierung und die gesellschaftlichen Bewegungen. Dennoch fällt es uns schwer, den Wandel zu verstehen oder gar zu beeinflussen. Die Prozesswissenschaft ist ein neues interdisziplinäres Gebiet, das auf der Erfassung umfangreicher digitaler Spurendaten wie Sensor- und Social-Media-Daten aufbaut, um Veränderungen zu erkennen (descriptive process science); sie analysiert solche Daten in einem reichhaltigen empirischen Kontext, um Veränderungen besser zu verstehen (explanatory process science) und sie entwickelt auch innovative Lösungen, um Veränderungen zum Nutzen von Wirtschaft und Gesellschaft zu beeinflussen (prescriptive process science).

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. Richard Watson, PhD ist emeritierter Regents Professor an der University of Georgia. Er ist ehemaliger Präsident der Association for Information Systems und wurde als AIS Fellow für seine Leistungen im Bereich der Informationssysteme geehrt. Etwa ein Jahrzehnt lang war er Gastforscher an den Research Institutes of Sweden. Im Jahr 2021 verlieh ihm die Universität Liechtenstein die Ehrendoktorwürde. Er hat über 200 Zeitschriftenartikel veröffentlicht und Bücher über elektronischen Handel, Datenmanagement und Energieinformatik geschrieben. Sein jüngstes Buch ist „Capital, Systems, and Objects“. Vor Kurzem hat er eine Teilstelle als Forschungsdirektor bei einer australischen Beratungsfirma angenommen.

Thermischer Komfort als Dienstleistung

Etwa 40 % des gesamten Energieverbrauchs in Gebäuden wird für den thermischen Komfort der Bewohnerinnen und Bewohner verwendet. Manchmal jedoch werden Räume beheizt, auch wenn sie nicht bewohnt sind oder bereits warm genug sind, und umgekehrt, wenn sie gekühlt werden müssen. Thermischer Komfort ist ein Bereich, kein fester Punkt. Er kann über viele Räume hinweg gesteuert werden, um die Stromkosten zu minimieren und gleichzeitig die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner zu erfüllen. Im Rahmen seines Forschungsprojekts soll ein Prototyp für ein System zur Verwaltung des thermischen Komforts als eine Dienstleistung von Energieversorgungsunternehmen entwickelt werden. Basierend auf der Ausstattung mit Sensoren sollen Räume in die Lage versetzt werden, ihre thermischen Eigenschaften zu messen, ihre aktuelle und zukünftige Belegung zu bestimmen und so die täglichen Stromkosten zu minimieren.

Foto: SFZ/Giulia Iannicelli

Prof. Nilmini Wickramasinghe PhD ist Professor and Optus Chair Digital Health an der La Trobe University. Darüber hinaus ist sie Ehrenprofessorin des Peter MacCallum Cancer Centre. Ihre Forschung beschäftigt sich mit dem Design, der Entwicklung und dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Gesundheitswesen. Ihr übergeordnete Forschungsziel ist es, zu einer höherwertigen und auf den Patienten ausgerichteten Gesundheitsfürsorge beizutragen. Sie arbeitet mit führenden Wissenschaftlern verschiedener Gesundheitsorganisationen in Australien, Asien, Europa und den USA zusammen. Ihre Forschungsergebnisse hat Nilmini Wickramasinghe in über 300 Artikeln in Fachzeitschriften, mehr als zehn Büchern, zahlreichen Buchkapiteln sowie in einer Enzyklopädie veröffentlicht.

Der Einsatz von mobilen Technologien zur Verbesserung der Gesundheitsfürsorge

Im Rahmen des Forschungsprojekts soll untersucht werden, wie mobile Anwendungen und neue Technologien genutzt werden können, um bestehende Herausforderungen im Gesundheitswesen, wie beispielsweise der steigende Kostendruck, die zunehmende Alterung der Bevölkerung, die Zunahme chronischer Erkrankungen und der zunehmende Fokus auf die Gesundheitsvorsorge, bewältigen zu können. Hierfür bedarf es einer Patienten-zentrierten Sichtweise. Eine solche Sichtweise ist insbesondere notwendig, um die Patientenerwartungen erfüllen und eine hochqualitative Gesundheitsfürsorge gewährleisten zu können.

Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Benutzerfreundlichkeit, die Benutzerakzeptanz und die Funktionalität von neuen technologischen Lösungen aus Sicht des Patienten zu bewerten. Insbesondere soll auch untersucht werden, wie sich der Einsatz neuer Technologien auf die Einhaltung von medizinischen Anweisungen durch Patienten, die Zufriedenheit von Patienten und medizinischem Fachpersonal sowie die Qualität der gesundheitlichen Betreuung im Allgemeinen auswirkt.