Unsere Fellows

Senior Fellows

John Bessant

John Bessant

University of Exeter

John Bessant

Prof. John Bessant, Ph.D., der ursprünglich als Chemieingenieur arbeitete, ist seit über 25 Jahren in der Forschung und Beratung zum Technologie- und Innovationsmanagement aktiv. Er leitet den Lehrstuhl für Innovation und Entrepreneurship der Exeter University, wo er zudem Dekan für Forschungs- und Wissenstransfer ist.

Im Jahr 2003 wurde er mit einer Mitgliedschaft des „Advanced Institute for Management Research“ ausgezeichnet und zum Mitglied der „British Academy of Management“ ernannt. Er diente dem „Business and Management Panel“ in den Jahren 2001 und 2008 für dessen „Research Assessment Exercises“ und fungierte als Berater für verschiedene Regierungen, Unternehmen und internationale Gremien.

Seine neuesten Bücher sind „Managing Innovation“ (4. Auflage) und „High Involvement Innovation“.

Innovation einmal anders

Innovationen sind für Überleben und Wachstum entscheidend – doch deren Potenziale zu nutzen hängt von unserer Fähigkeit ab, den Veränderungsprozess zu organisieren und zu gestalten. Während wir viel darüber wissen, wie das unter stationären Bedingungen abläuft, müssen wir immer noch viel darüber lernen, wie man mit den Herausforderungen der Diskontinuität umgeht. Wenn neue Technologien aufkommen, wenn neue Märkte entstehen oder wenn bedeutende Ereignisse an den Grundpfeilern unserer Gesellschaft rütteln, brauchen wir neue Fähigkeiten, die Innovationen ermöglichen.

Seine Forschung wird auf einem gemeinsamen Lernprozess aufbauen, bei dem Wissenschaftler aus öffentlichen und privaten Organisationen zusammen in einem Netzwerk von Innovationslaboren arbeiten und versuchen sich dieser Herausforderungen anzunehmen und Werkzeuge zu entwickeln, die helfen, diese zu bewältigen.

Thomas L. Brewer

Thomas L. Brewer

Georgetown University
Thomas L. Brewer

Prof. Thomas L. Brewer ist Mitglied der School of Business an der Georgetown University in Washington D.C. Seine Veröffentlichungen zum Thema Klimawandel beinhalten fünf Artikel im Fachjournal „Climate Policy“, sowie Beiträge in Büchern herausgegeben von der Cambrigde University, der Brookings Institution, von Elsevier sowie von Routledge. Professor Brewer ist Editor der bevorstehenden Sonderausgabe der Fachzeitschrift „The World Economy“ mit dem Schwerpunktthema „Handel und Klimawandel“.

Er hielt bereits Vorträge zum Thema Klimawandel auf Konferenzen der Brookings Institution in Washington D.C., des Chatham House in London, dem Centre for European Policy Studies (CEPS) in Brüssel, dem ESRI in Tokio, der Europäischen Kommission und des Parlaments sowie auf der UN-Klimakonferenz.

Er veröffentlichte außerdem Artikel zum internationalen Handel und Investitionsangelegenheiten in namhaften Fachzeitschriften sowie dem Oxford Handbook of International Business. Er war Berater der Weltbank, der Konferenz der Vereinten Nationen zum Handel und Entwicklung (UNCTAD) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Er ist Mitarbeiter am CEPS und Berater für Klimastrategien in Cambridge, Großbritannien.

Internationaler Handel und internationaler Klimawandel: Schnittstellenproblematiken

Das Forschungsprojekt hat zwei grundlegende Themen: Zum einen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit vor dem Hintergrund unterschiedlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen mit unterschiedlichen Emissionsabgaben für Kohlenstoffdioxid auf Grund unterschiedlicher Klimapolitik, basierend auf einem wissenschaftlichen Vergleich zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten. Zum anderen den internationalen Austausch klimafreundlicher Technologien. Diese Arbeit bezieht den internationalen Handel, Investitionstätigkeit und Technologietransfer multinationaler Unternehmen sowie deren nationale Richtlinien mit ein.

Adamantios Diamantopoulos

Adamantios Diamantopoulos

Universität Wien
Adamantios Diamantopoulos

Prof. DDr. Adamantios Diamantopoulos ist Inhaber des Lehrstuhls für Internationales Marketing an der Universität Wien (Österreich). Außerdem ist er Gastdozent an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Ljubljana (Slowenien). Seine Arbeiten erschienen unter anderem im Journal of Marketing Research, Journal of International Business Studies, Journal of the Academy of Marketing Science, International Journal of Research in Marketing, MIS Quarterly und im Journal of Retailing. Im jüngsten Ranking der BWL-Professoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz des Handelsblatts wird er in der Kategorie „aktuelle Forschungsleistung“ auf Rang 3 und in der Kategorie „Lebenswerk“ auf Rang 4 geführt.

Kundenresonanz auf Ursprungsland, Ursprungsregion und markenspezifische Hinweise: Kognitive und affektive Dimensionen

Durch eine Reihe von sich ergänzenden Studien untersucht dieses Projekt den Einfluss alternativer Wirkungen (kognitiv vs. affektiv) von Informationen über Ursprungsland und -region auf die Markenwahrnehmung, die Kaufabsicht und die Zahlungsbereitschaft der Kunden. Spezielle Gewichtung erfährt hierbei (a) die relative Wichtigkeit von kognitiven und affektiven Dimensionen der Herkunftsbezeichnung bei der Kundenresonanz, (b) die Rolle, die mehrere Konsumentenidentitäten (z.B. die nationale und regionale Identität) bei der Gestaltung solcher Reaktionen spielen und (c) eine potentielle Abweichung bei verschiedenen Produktkategorien.

Imran Rasul

Imran Rasul

University College London
Imran Rasul

Prof. Imran Rasul, Ph.D. bekam im Jahr 2003 seinen Doktortitel in Volkswirtschaftslehre von der London School of Economics verliehen. Er ist momentan Professor am University College London, stellvertretender Leiter des Centre for the Microeconomic Analysis of Public Policy am Institute of Fiscal Studies und stellvertretender Forschungsleiter des Entrepreneurship Research Program des International Growth Centre. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Arbeits-, Haushalt- und Entwicklungsökonomie. Von 2009-20123 war er einer der geschäftsführende Herausgeber des Review of Economic Studies Journal. 2007 wurde er mit dem IZA Young Economist Prize und 2008 mit dem CESIfo Distinguished Affiliate Award ausgezeichnet.

Illegale Verhaltensweisen verstehen

Das Forschungsprogramm untersucht die Gründe für illegale Verhaltensweisen. Die Projekte werden unter Anwendung einer Vielzahl von wissenschaftlichen Methoden durchgeführt und werten dabei Daten aus verschiedenen Ländern aus. In einem ersten Projekt führen wir ein Feldexperiment durch, um die Determinanten der Steuermoral in einem Szenario, in dem Individuen selbst über ihr zu versteuerndes Einkommen Auskunft geben müssen, zu untersuchen. In einem zweiten Projekt werden die Wissenschaftler die Gründe für kriminelles Verhalten und wie es mit Überwachungsstrategien auf dem Drogenmarkt in Verbindung steht, nachvollziehen.

Carol S. Saunders

Carol S. Saunders

University of Central Florida
Carol S. Saunders

Prof. Carol S. Saunders, Ph.D. ist emeritierte Professorin an der University of Central Florida und zählt auf den Gebieten Wirtschaftsinformatik und Management zu den weltweit anerkannten Spitzenforschern. Ihre herausragende Forschungsleistung wird unter anderem durch mehr als 50 Veröffentlichungen in hochrangigen Fachzeitschriften eindrucksvoll belegt. Ihre Ausnahmestellung innerhalb der Fachdisziplin wird außerdem durch ihre mehrjährige Tätigkeit als Hauptherausgeberin des renommierten Fachjournals „MIS Quarterly“ sowie ihre Auszeichnung mit dem LEO Award, der weltweit höchsten Auszeichnung auf dem Fachgebiet Wirtschaftsinformatik, verdeutlicht. Für ihre bedeutenden Leistungen in der Forschung wurde Carol S. Saunders als Fellow der Association of Information Systems (AIS) gewürdigt. Zahlreiche Forschungsaufenthalte führten sie unter anderem nach Neuseeland, Singapur, in die Niederlande sowie an das Institut für Wirtschaftsinformatik der FAU Erlangen-Nürnberg, wo sie 2012 für mehrere Monate als Gastprofessorin tätig war.

Emotional-kognitive Überlastung durch Informationstechnologien

Im Rahmen des Forschungsprojektes sollen die Auswirkungen der zunehmenden Informationsüberflutung von Personen im beruflichen sowie privaten Alltag, die insbesondere durch den Einsatz von Informationstechnologien verstärkt wird, eingehender untersucht werden. Ausgehend von einem bereits zuvor entwickelten emotional-kognitiven Modell soll aufgezeigt werden, wie unterschiedliche Probanden die Überlastung mit zu vielen Informationen auf einmal konfrontiert zu werden, bewältigen.

Ritu Agarwal

Ritu Agarwal

University of Maryland
Ritu Agarwal

Prof. Ritu Agarwal, Ph.D. ist Professorin und Inhaberin des Robert H. Smith Dean’s Chair of Information Systems an der Robert H. Smith School of Business der University of Maryland (USA) sowie Gründerin und Direktorin des Center for Health Information and Decision Systems (CHIDS). Sie hat über 90 Beiträge in renommierten Fachzeitschriften, wie z. B. „Information Systems Research“, „MIS Quarterly“ und „Management Science“, veröffentlicht und ist regelmäßig Referentin auf nationalen und internationalen Konferenzen. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Digitalisierung des Gesundheitswesens, die Nutzung von IT in Krankenhäusern, die medizinische Informatik, den digitalen Datenschutz sowie die Rolle von IT bei der Patienteneinbindung.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens: Mobile Technologien für die Einbindung von Patienten in die Behandlung chronischer Krankheiten

Mobilgeräte sind aus unserem beruflichen und privaten Alltag nicht mehr wegzudenken. Der Marktdurchbruch von Smartphones und Tablet PCs ist insbesondere auf die stark wachsende Angebotsvielfalt mobiler Anwendungen und deren Benutzerfreundlichkeit zurückzuführen. Diese Entwicklung ist auch für das Gesundheitswesen von großer Bedeutung. Mobile Anwendungen ermöglichen die Einbindung von Patienten in medizinische Behandlungsprozesse und damit eine Reduzierung der Kosten im Gesundheitswesen.

Das Forschungsprojekt untersucht, inwieweit soziale, technologiegestützte Interaktionen mit anderen Patienten und Fachkräften aus dem Gesundheitswesen ältere Diabetes-Patienten in die Lage versetzen und dazu motivieren, sich verstärkt in Behandlungsprozesse einzubringen. Zusätzlich sollen die Einflüsse solcher Interaktionen auf den Krankheits- bzw. Genesungsverlauf ermittelt werden. Das Projekt soll zu einem tieferen Verständnis bezüglich des Designs, der Umsetzung und der Evaluierung von mobilen Plattformen und Mini-Applikationen („Apps“) im Gesundheitswesen sowie deren Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden chronisch kranker Personen beitragen.

Andy Neely

Andy Neely

University of Cambridge
Andy Neely
Prof. Andy Neely, Ph.D. ist Gründungsdirektor der Cambridge Service Alliance und Professor für Komplexe Systeme an der Royal Academy of Engineering der University of Cambridge (UK). Er zählt auf dem Gebiet der „Servitization“ zu den weltweit anerkannten Spitzenforschern. Vor seinem Ruf an die University of Cambridge arbeitete er an der Cranfield University, der London Business School, der Nottingham University (wo er auch promovierte) und bei der British Aerospace. Von 2003 bis 2012 war er stellvertretender Direktor des Advanced Institute of Management (AIM) Research. Darüber hinaus wurde er 2007 als Fellow der British Academy of Management, 2008 als Mitglied der Academy of Social Sciences und 2009 als Fellow der European Operations Management Association ausgezeichnet.

Geschäftsmodellinnovationen im Dienstleistungssektor – der Einfluss von „Big Data“

Aktuelle Diskussionen zum Thema „Big Data“ konzentrieren sich zumeist auf die Analyse von Kundendaten. Es häufen sich jedoch die Anzeichen, dass große Datenmengen auch insbesondere bei der Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle nützlich sein können. Führende Unternehmen experimentieren bereits damit, wie ihnen neue Datenquellen dabei helfen können, innovative Geschäftsmodelle im Dienstleistungsbereich zu entwickeln, um damit zusätzlichen Wert für ihre Kunden zu schaffen.

Das Forschungsprojekt untersucht, wie große Datenmengen Geschäftsmodellinnovationen in produzierenden Unternehmen stimulieren können, die einen Wandel zum Dienstleistungsanbieter anstreben. Darüber hinaus sollen praktische und theoretische Anforderungen hinsichtlich einer besseren Nutzung von „Big Data“ für die Innovation von Geschäftsmodellen identifiziert sowie entsprechende Vorgehensmodelle und Methoden entwickelt und getestet werden.

David Burgstahler

David Burgstahler

University of Washington
David Burgstahler

Prof. David Burgstahler, Ph.D. ist Julius A. Roller Professor im Bereich Rechnungswesen an der University of Washington (USA). Dort lehrt und forscht er seit 1981 an der Foster School of Business. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Bilanzmanagement, Kapitalmarktreaktionen, Unternehmensbewertung sowie statistische Methoden des Prüfungswesens. 2002 erhielt er den hoch angesehenen Notable Contributions to the Accounting Literature Award der American Accounting Association. Aufgrund seiner Ausnahmestellung innerhalb der Fachdisziplin ist er als Gutachter bei Top-Journals wie Journal of Accounting and Economics, Journal of Accounting Research und The Accounting Review tätig. Ferner war er von 1983 bis 1986 sowie von 1992 bis 2003 Mitherausgeber von The Accounting Review, welche zu den renommiertesten Journals im Bereich des Rechnungswesens zählt.

Größenklassenreduzierende Bilanzpolitik in europäischen Unternehmen zur Minimierung von Offenlegungspflichten und Wirtschaftsprüfungskosten

Unternehmen haben Anreize größenklassenreduzierende Bilanzpolitik zu betreiben, wenn die Kosten der Offenlegung den Nutzen übersteigen. Ziel des Forschungsvorhabens von David Burgstahler ist es, eine diesbezüglich in der Praxis geäußerte Hypothese zu untersuchen. Diese besagt, dass mittelständische Unternehmen – insbesondere diejenigen, die sich an der Schwelle zwischen der kleinen und mittleren Größenklasse bewegen – gezielt eine Beeinflussung von Größenkriterien vornehmen, um als kleines Unternehmen eingestuft zu werden. Hierdurch müssen weniger wettbewerbsrelevante Informationen offengelegt werden. Ferner umgehen die Unternehmen kostenintensive Jahresabschlussprüfungen.

Das Forschungsprojekt adressiert eine Fragestellung, die in den USA wegen der fehlenden Offenlegungsverpflichtung von nicht börsennotierten Unternehmen nicht untersucht werden kann. Für die empirische Analyse bieten sich hingegen wichtige Länder der EU, nicht zuletzt Deutschland mit seinem wirtschaftlich enorm bedeutenden Mittelstand, an. Die Ergebnisse sind nicht nur aus rein wissenschaftlicher Sicht von hohem Interesse, sondern auch aus praktischer Sicht hochrelevant für mittelständische Unternehmen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Softwarehäuser (z. B. DATEV eG) und Gesetzgeber (sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene).

Shirley Gregor

Shirley Gregor

Australian National University
Shirley Gregor

Prof. Shirley Gregor, Ph.D. ist Professorin für Information Systems an der Australian National University in Canberra (AUS), wo sie auch als stellvertretende Direktorin des National Centre for Information Systems Research tätig ist. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Adaption und strategischer Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien, intelligente Systeme, Mensch-Computer-Interaktion und Technikphilosophie. Ihre Forschung wurde in international renommierten Fachzeitschriften wie MIS Quarterly, Journal of the Association of Information Systems sowie European Journal of Information Systems veröffentlicht. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Verdienste im Bereich der Bildung und Forschung im Fachgebiet Information Systems sowie für ihre Arbeit zum E-Commerce in der Agrarindustrie wurde Shirley Gregor im Juni 2005 mit dem Australischen Verdienstorden geehrt. Sie ist Fellow der Australian Computer Society und der Association for Information Systems (AIS).

Knowledge-Design-Innovation (KDI) - Ein integratives Forschungsprogramm


Das übergeordnete Ziel des gemeinsamen Forschungsprojekts von Shirley Gregor und Alan R. Hevner ist es, Forschungsströme innerhalb der Bereiche Wissen, Design und Innovation (Knowledge- Design-Innovation) zu verbinden. Durch ihr Projekt soll eine Brücke zwischen verschiedenen Forschungsdisziplinen auf der einen Seite sowie der Wissenschaft, der Unternehmenspraxis und der öffentlichen Verwaltung auf der anderen Seite geschlagen werden.

Shirley Gregor und Alan R. Hevner arbeiten in ihrem Forschungsprojekt an einem integrativen, konzeptionellen Bezugsrahmen für die Erforschung und das Management von Innovationen. Aufbauend auf ihren hochzitierten Veröffentlichungen zu designorientierten Forschungsmethoden haben sie bereits ein erstes konzeptionelles Rahmenwerk, die sogenannte „Knowledge-Innovation Matrix“ (KIM), entwickelt. Dieses Rahmenwerk, das einen Lösungsraum entlang der Dimensionen Wissen („Lösung“) und Anwendung („Problem“) aufspannt, soll zu einem besseren Verständnis von Innovationen beitragen. Im Rahmen ihres Projekts werden Shirley Gregor und Alan R. Hevner relevante Prozesse, Theorien und Forschungsergebnisse in das bestehende Rahmenwerk integrieren. Der erweitere KIM-Bezugsrahmen soll dann auf seine Anwendbarkeit in Innovationsprozessen in der Praxis geprüft und entsprechend verfeinert bzw. angepasst werden.

Ein konkretes Ziel des Forschungsprojekts ist es, ein System zur Bewertung der Art und der Intensität der Mitwirkung von Organisationen in Innovationsprozessen zu entwickeln. Die Entwicklung eines solchen Bewertungssystems ermöglicht u. a. ein Innovations-Benchmarking von Unternehmen in Deutschland, den USA und Australien. Die Entwicklung des Bewertungssystems baut auf der theoretischen Grundlage des Design Science-Forschungsparadigmas auf.

Alan R. Hevner

Alan R. Hevner

University of South Florida
Alan R. Hevner

Prof. Alan R. Hevner, Ph.D. ist Professor für Information Systems am College of Business an der University of South Florida (USA), an der er den Citigroup/Hidden River Chair of Distributed Technology innehat. In der Forschung beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit dem Design von Informationssystemen, dem Software Engineering, verteilten Datenbankmanagementsystemen, IT im Gesundheitswesen und Service-Oriented Computing (SOC). Er hat bereits über 200 Forschungsbeiträge veröffentlicht und war zudem als Berater für zahlreiche Fortune 500-Unternehmen tätig. Alan R. Hevner ist Fellow der American Association for the Advancement of Science (AAAS) und Mitglied der Association for Information Systems (AIS), der Association for Computing Machinery (ACM), dem Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) sowie von Information Systems Research (INFORMS).

Knowledge-Design-Innovation (KDI) - Ein integratives Forschungsprogramm


Das übergeordnete Ziel des gemeinsamen Forschungsprojekts von Shirley Gregor und Alan R. Hevner ist es, Forschungsströme innerhalb der Bereiche Wissen, Design und Innovation (Knowledge- Design-Innovation) zu verbinden. Durch ihr Projekt soll eine Brücke zwischen verschiedenen Forschungsdisziplinen auf der einen Seite sowie der Wissenschaft, der Unternehmenspraxis und der öffentlichen Verwaltung auf der anderen Seite geschlagen werden.

Shirley Gregor und Alan R. Hevner arbeiten in ihrem Forschungsprojekt an einem integrativen, konzeptionellen Bezugsrahmen für die Erforschung und das Management von Innovationen. Aufbauend auf ihren hochzitierten Veröffentlichungen zu designorientierten Forschungsmethoden haben sie bereits ein erstes konzeptionelles Rahmenwerk, die sogenannte „Knowledge-Innovation Matrix“ (KIM), entwickelt. Dieses Rahmenwerk, das einen Lösungsraum entlang der Dimensionen Wissen („Lösung“) und Anwendung („Problem“) aufspannt, soll zu einem besseren Verständnis von Innovationen beitragen. Im Rahmen ihres Projekts werden Shirley Gregor und Alan R. Hevner relevante Prozesse, Theorien und Forschungsergebnisse in das bestehende Rahmenwerk integrieren. Der erweitere KIM-Bezugsrahmen soll dann auf seine Anwendbarkeit in Innovationsprozessen in der Praxis geprüft und entsprechend verfeinert bzw. angepasst werden.

Ein konkretes Ziel des Forschungsprojekts ist es, ein System zur Bewertung der Art und der Intensität der Mitwirkung von Organisationen in Innovationsprozessen zu entwickeln. Die Entwicklung eines solchen Bewertungssystems ermöglicht u. a. ein Innovations-Benchmarking von Unternehmen in Deutschland, den USA und Australien. Die Entwicklung des Bewertungssystems baut auf der theoretischen Grundlage des Design Science-Forschungsparadigmas auf.

Ian P. King

Ian P. King

University of Queensland
Ian P. King

Prof. Ian P. King, Ph.D. ist Professor für Makroökonomie an der University of Queensland (Australien). Er promovierte 1989 in Volkswirtschaftslehre an der Queens University (Kanada). Seine akademische Laufbahn führte ihn an die University of Calgary, die University of Victoria (Kanada), die University of Iowa (USA), die University of Auckland und die University of Otago (Neusseeland) sowie an die University of Melbourne (Australien). Seine Forschung wurde in international renommierten Fachzeitschriften wie Econometrica, Review of Economic Studies, Journal of Monetary Economics und Journal of Economic Theory veröffentlicht. Zudem war er Herausgeber der New Zealand Economic Papers und ist aktuell der Vorsitzende des Board of the Australasian Macroeconomics Society.

Einkommensungleichheit, Arbeitslosigkeit und öffentliche Politik


In seinem Forschungsprojekt untersucht Ian P. King, wie Einkommensungleichheit und Arbeitslosigkeit sich gegenseitig bestimmen und wie sich öffentliche Politik auf diese beiden volkswirtschaftlichen Größen auswirkt. Darauf aufbauend sollen optimale politische Rahmenbedingungen identifiziert werden. Für die Untersuchung wird ein quantitatives Modell entwickelt, das von Arbeitskräften mit unterschiedlichen Qualifikationen sowie von Firmen, die Arbeitsplätze für gering- und hochqualifizierte Arbeitskräfte anbieten, ausgeht. Politische Variablen wie Arbeitslosenunterstützung, Arbeitsplatzsubventionen, Einkommenssteuerstruktur sowie eine Beschränkung des Staatsbudgets werden eingeführt, um die individuellen Einflüsse dieser Variablen zu untersuchen und Wege zu finden, wie diese miteinander in Einklang gebracht werden können.

Ian P. King wird seine Fellowship-Mittel unter anderem für den Aufbau eines wissenschaftlichen Austauschprogramms für Professoren und Doktoranden der FAU Erlangen-Nürnberg und der University of Queensland einsetzen. Das Ziel des Austauschprogramms ist es, bestehende Forschungskooperationen zwischen deutschen und australischen Makroökonomen auszubauen.

Nilmini Wickramasinghe

Nilmini Wickramasinghe

Deakin University
Nilmini Wickramasinghe

Prof. Nilmini Wickramasinghe Ph.D. ist Direktorin für Health Informatics Management bei Epworth HealthCare in Richmond sowie an der Deakin University in Melbourne (Australien). Ihre Forschung beschäftigt sich mit dem Design, der Entwicklung und dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Gesundheitswesen. Das übergeordnete Forschungsziel ist es, zu einer höherwertigen und auf den Patienten ausgerichteten Gesundheitsfürsorge beizutragen. Sie arbeitet mit führenden Wissenschaftlern verschiedener Gesundheitsorganisationen in Australien, Asien, Europa und den USA zusammen. Ihre Forschungsergebnisse hat Nilmini Wickramasinghe in über 300 Artikeln in Fachzeitschriften, mehr als zehn Büchern, zahlreichen Buchkapiteln sowie in einer Enzyklopädie veröffentlicht.

Der Einsatz von mobilen Technologien zur Verbesserung der Gesundheitsfürsorge


Nilmini Wickramasinghe untersucht in ihrem Forschungsprojekt, wie mobile Anwendungen und neue Technologien genutzt werden können, um bestehende Herausforderungen im Gesundheitswesen, wie beispielsweise der steigende Kostendruck, die zunehmende Alterung der Bevölkerung, die Zunahme chronischer Erkrankungen und der zunehmende Fokus auf die Gesundheitsvorsorge, bewältigen zu können. Hierfür bedarf es einer Patienten-zentrierten Sichtweise. Eine solche Sichtweise ist insbesondere notwendig, um die Patientenerwartungen erfüllen und eine hochqualitative Gesundheitsfürsorge gewährleisten zu können.

Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Benutzerfreundlichkeit, die Benutzerakzeptanz und die Funktionalität von neuen technologischen Lösungen aus Sicht des Patienten zu bewerten. Insbesondere soll auch untersucht werden, wie sich der Einsatz neuer Technologien auf die Einhaltung von medizinischen Anweisungen durch Patienten, die Zufriedenheit von Patienten und medizinischem Fachpersonal sowie die Qualität der gesundheitlichen Betreuung im Allgemeinen auswirkt.

Evangelia Demerouti

Evangelia Demerouti

Technische Universiteit Eindhoven
Evangelia Demerouti

Prof. Dr. Evangelia Demerouti studierte Psychologie an der Universität Kreta (Griechenland). Nach Abschluss ihres Studiums erhielt sie ein Stipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und promovierte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zum Thema Burnout. Seit September 2009 ist sie Professorin an der Technischen Universität Eindhoven (Niederlande). In der Forschung beschäftigt sich Evangelia Demerouti schwerpunktmäßig mit dem Leistungsmanagement und insbesondere mit den Auswirkungen von Stellenbeschreibungen, Entscheidungsprozessen, dem Wohlbefinden von Mitarbeitern, dem Einklang von Arbeits- und Privatleben (Work-Life-Balance) und dem sogenannten Job Crafting. Ihre Forschungsergebnisse hat Evangelia Demerouti in über 200 Veröffentlichungen publiziert. Einzelne Veröffentlichungen von ihr wurden bereits bis zu 4.000 Mal von anderen Forschern weltweit zitiert. Außerdem ist sie Mitherausgeberin von zwei renommierten internationalen Fachzeitschriften (European Journal of Work and Organizational Psychology und Occupational Health Psychology).

Verbesserung der Arbeitsleistung und des Wohlbefindens von Mitarbeitern durch partizipative Methoden des Leistungsmanagements: Wann funktioniert es und warum?


Beim Job Crafting passen Mitarbeiter ihre Arbeitsaufgaben an ihre persönlichen Arbeitspräferenzen an. In diesem Zusammenhang untersucht das Forschungsprojekt von Evangelia Demerouti, ob individuelles Job Crafting zur Erklärung der leistungsfördernden Aspekte von ProMES (einem System zur Messung und Steigerung der Mitarbeiterproduktivität, das stark partizipative Elemente enthält) sowie zur Verbesserung der Innovationsfähigkeit von Mitarbeitern und zur Förderung ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens beiträgt.

Zum Test dieser Hypothesen wird das Forschungsprojekt bereits vorhandene Tagebuchdaten sowie eine neue ProMES-Intervention einsetzen. Während der ProMES-Intervention wird das tagtägliche Job Crafting-Verhalten von Mitarbeitern mithilfe von innovativen IT-Instrumenten (z. B. einer Smartphone App) gemessen. Ein Ziel des Forschungsprojekts ist es, das Messinstrument zu erweitern und damit die zunehmende Nutzung von ProMES und Job Crafting in Organisationen zu unterstützen. Der Einsatz von mobilen IT-Systemen, die Mitarbeiter regelmäßig mit Informationen zu ihrer Arbeitsleistung und ihrem Job Crafting-Verhalten versorgen, kann nicht zuletzt auch die Innovationsfähigkeit von Organisationen steigern.

Samir Chatterjee

Samir Chatterjee

Claremont Graduate University
Samir Chatterjee

Prof. Samir Chatterjee, Ph.D. ist Lehrstuhlinhaber des Fletcher Jones Chair of Design, Technology & Management an der Claremont Graduate University sowie Gründungsdirektor von IDEA Labs (Innovations Design Empowerment Applications Laboratory). Seit 2017 ist er zudem Lehrbeauftragter für Design & Innovation an der USC Iovine & Young Akademie der University of Southern California. 2015 wurde er mit dem Distinguished Lifetime Achievement Award für seine Verdienste auf dem Gebiet der Design Science ausgezeichnet. Er war Gastprofessor am Indian Institute of Management in Ahmedabad und Kalkutta, am Indian Institute of Technology Bombay, an der Kanwal Rekhi School of Information Technology, der Aalto University in Finnland und der Copenhagen Business School.

Einsatz von Sensoren und Internet der Dinge-Technologien in der Behandlung chronischer Krankheiten älterer Patienten


Telemedizinische Methoden finden einen zunehmend breiteren Einsatz in der Patientenversorgung. Elektronische Gesundheitsdienste ermöglichen Ferndiagnosen, die Fernüberwachung des Zustands von Patienten und können einen wichtigen Beitrag zu einem unabhängigeren Leben der Patienten leisten. Im Forschungsprojekt soll untersucht werden, wie medizinische Überwachungssysteme durch die Anwendung von Technologien wie der Sensortechnologie und dem Internet der Dinge entwickelt werden können, die speziell für ältere Patienten mit chronischen Krankheiten ausgerichtet sind. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Systemen, die die aktive Mitwirkung des Patienten durch einen auf ihn zugeschnittenen Behandlungsablauf unterstützen. Unter Zuhilfenahme der Design Science Research Methodologie sollen unterstützende Artifakte entwickelt werden, deren Wirksamkeit und Verwendbarkeit durch Studien an Kontrollgruppen getestet werden.

Fellows

Friederike Mengel

Friederike Mengel

University of Essex
Friederike Mengel
Prof. Dr. Friederike Mengel wurde 1979 in Karlsruhe geboren. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Mainz und Paris-X-Nanterre, promovierte sie 2008 bei Fernando Vega Redondo an der Universität Alicante. Im Moment ist sie Professorin an der University of Essex.

Ihre Forschungsschwerpunkte sind die (evolutionäre) Spieltheorie, soziale Netzwerke und Modelle beschränkt rationalem Handelns. Ihre Arbeiten wurden in internationalen Zeitschriften verschiedener Disziplinen veröffentlicht, wie z. B. Games and Economic Behavior oder dem Journal of Theoretical Biology. Sie war als Gastforscher unter anderem an der Cornell University, MPI Jena, New York University und dem Santa Fe Institute.

Procedural Fairness

Im Rahmen des Projektes sollen neuronale Reaktionen auf Mechanismen zur Aufteilung begrenzt verfügbarer Ressourcen untersucht werden. Viele Studien zeigen, dass die Akzeptanz von „unfairen“ Allokationen in hohem Maße korreliert ist mit den Prozessen durch die sie zustande kommen.

Offen ist, ob die Akzeptanz fairer Institutionen auf der Zufriedenheit mit dem Ergebnis beruht oder darauf, dass Individuen aufgrund der fairen Prozedur ihre Unzufriedenheit mit dem Ergebnis unterdrücken. Die Antwort auf diese Frage hat deutliche Implikationen für die Attraktivität solcher Mechanismen aus wohlfahrtstheoretischer Sicht und für die Frage ob prozedural faire Institutionen langfristig stabil sind.

Jonas Puck

Jonas Puck

Wirtschaftsuniversität Wien
Jonas Puck
Prof. Dr. Jonas Puck ist Professor und Leiter des Instituts for International Business der Wirtschaftsuniversität Wien. Zuvor war er am Lehrstuhl für Internationales Management des wirtschafts-wissenschaftlichen Fachbereichs der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg tätig, wo er 2007 promovierte und 2009 habilitierte. Zudem lehrt bzw. lehrte er als Gastdozent an der University of New South Wales (Sydney, Australien), der UIBE (Peking, China) der Tsinghua School of Management (Peking, China) und der Bradford University (UK). Seine Hauptarbeitsgebiete liegen in den Bereichen des Internationalen Strategischen Managements und des Internationalen Personalmanagements.

Auslandsmarktwissen von Immigranten als Quelle der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen

In Deutschland leben gegenwärtig rund 15 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund. In der öffentlichen Diskussion werden diese zumeist als Problem oder zumindest Herausforderung für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft aufgefasst. In anderen Ländern wie den USA, Australien, Großbritannien oder Kanada werden Immigranten hingegen oft aus einer anderen Perspektive betrachtet. Immigranten sind dort in vielen Regionen wichtige Wirtschaftsfaktoren.

Eine ihrer besonderen Eigenschaften ist dabei die gute Kenntnis ihres Heimatlandes, welche sich Unternehmungen für internationale Geschäftsaktivitäten zunutze machen können. Das Projekt soll einen ersten Beitrag dazu leisten, Erkenntnisse über den Einsatz von Immigranten zur Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu gewinnen.

Sanjay Chugh

Sanjay Chugh

Boston College
Sanjay Chugh
Prof. Sanjay Chugh, Ph.D. promovierte an der renommierten University of Pennsylvania und war anschließend in der Forschungsabteilung der amerikanischen Zentralbank und als Assistenzprofessor an der University of Maryland tätig. Seit 2012 ist er am Boston College beschäftigt. Seine Forschungstätigkeiten zielen auf die Entwicklung allgemeiner Erkenntnisse für makroökonomische, politische Analysen ab, wobei das Such- und Matching-Modell als Grundlage verwendet wird. Er hat bereits Beiträge im Journal of Monetary Economics, Journal of Economic Theory, dem Review of Economic Dynamics, Macroeconomic Dynamics und Economics Letters über dieses und ähnliche Themen publiziert.

Matching, Selektion und Arbeitsmärkte

Das allgemein akzeptierte Bezugssystem zur Untersuchung von Arbeitslosigkeit war bisher das „Such und Matching-Modell“. Während Matching-Analysen viele realistische Vorhersagen beinhalten, sind andere Anpassungsspielräume ebenso wichtig, um Arbeitsmärkte besonders nach schweren Rezessionen quantitativ zu verstehen. Das Projekt verbindet „Selektionseffekte“, welche, wie vorherige Arbeiten gezeigt haben, quantitativ deskriptiv sind, mit der Matching-Analyse. Der zentrale Gedanke des Selektionsmodells ist, dass Personen, die zwar zu den Firmen passen, eventuell aber nicht die notwendigen Fähigkeiten besitzen und deswegen nicht „selektiert“ bzw. eingestellt werden. Die Verknüpfung der Modelle beschreibt die Ansicht, dass das Übereinstimmen und das tatsächliche Einstellen zwei unterschiedliche Vorgänge sind, was bisher allerdings noch nicht in quantitativen Modellen formal dargestellt worden ist. Das vollentwickelte Bezugssystem wird unter Verwendung von deutschen und amerikanischen Daten überprüft.

Michael Grottke

Michael Grottke

FAU Erlangen-Nürnberg
Michael Grottke
Prof. Dr. Michael Grottke studierte Betriebswirtschaftslehre an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und erwarb einen Master of Arts in Economics an der Wayne State University in Detroit (USA). Nach seiner Promotion an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg war er an der Duke University in Durham (USA) als Research Associate und Assistant Research Professor tätig. Im Jahr 2010 wurde er an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in den Fächern Statistik und Betriebswirtschaftslehre habilitiert. Zu seinen Forschungsgebieten zählen die Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Performance von Softwaresystemen sowie die Ökonomie der Softwareentwicklung.

Warum Software versagt – und was man gegen Softwarefehler tun kann

Wir alle sind auf das korrekte Verhalten Software-gesteuerter Systeme angewiesen. Daher muss adäquat gegen Softwarefehler vorgegangen werden. Welche Techniken hierbei für einen bestimmten Fehler geeignet sind, hängt von dessen Charakteristika ab. So bewirken z. B. manche Fehler (wie Speicherlecks) die Anhäufung interner Fehlzustände im laufenden System. Stresstests können die Entdeckung solcher „alterungsauslösender“ Fehler fördern. Im Rahmen des Projekts werden Fehler in Open-Source-Software analysiert. Die ermittelten Anteile der verschiedenen Fehlerarten können z. B. Softwaretestern als Benchmark dienen, um einen zu geringen Umfang oder eine zu geringe Qualität bestimmter Tests aufzudecken.

Andreas König

Andreas König

Universität Passau
Andreas König
Prof. Dr. Andreas König ist Professor am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Technologie, Innovation und Entrepreneurship an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Passau und Affiliated Research Fellow am International Institute for Management Development (IMD) in Lausanne. Seine Forschung untersucht vor allem, wie etablierte Firmen auf diskontinuierlichen Wandel reagieren und welche Rolle CEOs dabei spielen. Er hat Beiträge in Zeitschriften wie „Research Policy“ und dem „Review of Managerial Science“ veröffentlicht. 2011 wurde ihm der Glueck Best Paper Award der Academy of Management verliehen. Von 2002 bis 2004 studierte er Business Administration an der HHL Leipzig. Vorher arbeitete Andreas König, der an der Hochschule für Musik in Rotterdam und an der Royal Academy of Music in London studiert hat, als international tätiger Konzerttrompeter.

Wie beeinflussen die Weltbilder von CEOs das strategische Verhalten von Unternehmen? – Ein konzeptualmetaphorischer Ansatz der Upper-Echelons-Theorie

Das Ziel des Forschungsvorhabens besteht darin, die Kernfrage der Upper Echelons-Forschung zu entschlüsseln: „Wie beeinflussen die Weltbilder von Top-Managern – also die tief verankerten kognitiven Grundstrukturen und Annahmen dieser Führungskräfte – das strategische Verhalten der von ihnen geleiteten Unternehmen?“ Die Untersuchung bedient sich dem aus der kognitiven Linguistik stammenden Ansatz der konzeptuellen Metapherntheorie, der davon ausgeht, dass sich das Weltbild eines Menschen in der Verwendung entsprechender Metaphern manifestiert. Die Textquellen für die Analyse der CEO-Weltbilder sind die Transkripte der Analystenkonferenzen mehrerer hundert CEOs in der Pharmaindustrie.

Andrea Wechsler

Andrea Wechsler

Hochschule Pforzheim
Andrea Wechsler
Prof. Dr. Andrea Wechsler ist Professorin an der Hochschule Pforzheim, Affiliated Research Fellow am Max-Planck-Institut für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht sowie Gastprofessorin an der Hanken School of Economics in Helsinki. Ihre Forschungsschwerpunkte sind das internationale, asiatische und europäische Wirtschaftsrecht, die internationale Handelsschiedsgerichtsbarkeit sowie die ökonomische Analyse des Rechts. Ihr Studium hat sie an der Universität Oxford, der Columbia University School of Law, der Ludwig-Maximilians-Universität und der Peking Universität absolviert. Ihre Arbeitserfahrungen umfassen Tätigkeiten in der International Competition and Innovation, bei McKinsey & Company, am Europäischen Gerichtshof sowie diverse Lehraufträge.

Die Transformation der Rechtsdurchsetzung in Europa am Beispiel des Kartellrechts

Die zentrale Zielsetzung des rechtsökonomischen Forschungsvorhabens ist die Untersuchung und Beurteilung der Transformation der Rechtsdurchsetzung im europäischen Kartellrecht. Beabsichtigt ist eine Offenlegung und Beurteilung der Transformationsprozesse und ihrer Auswirkungen aus dogmatischer, rechtstheoretischer, institutioneller sowie verfahrens- und materiellrechtlicher Perspektive. Die wissenschaftliche und gesellschaftliche Relevanz liegt dabei in der Erörterung, ob und inwiefern die Dynamiken der europäischen Rechtsangleichung, der Ökonomisierung und Privatisierung eine neue innere Systematik der Kartellrechtsdurchsetzung verlangen ebenso wie entsprechende rechtspolitische Antworten.

Hossein S. Zadeh

Hossein S. Zadeh

Defence Science & Technology Group
Hossein S. Zadeh
Hossein S. Zadeh, Ph.D. war als Senior IT-Manager und Unternehmensberater tätig bevor er sich der Forschung zuwandte. Derzeit ist er als Science Team Leader in der Defence Science and Technology Group (DST) der australischen Regierung tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind multidimensionale Optimierung, Entscheidungsunterstützung, Gesundheitswesen sowie evolutionäre Algorithmen. Während seiner Laufbahn nahm er bereits verschiedene Lehr- und Forschungsaufträge unter anderem in Hongkong, Singapur, Vietnam und Schweden wahr. Er ist Träger des University Team Teaching Award und des University Certificate of Achievement in Innovative Teaching. 2010 wurde er mit dem prestigeträchtigen IBM Faculty Award ausgezeichnet. Er ist Gutachter mehrerer namhafter Fachzeitschriften und Konferenzen.

Verbesserte Gesundheitsfürsorge durch den Einsatz von Mikrosensoren in Textilien

Im Rahmen des vom Schöller Forschungszentrum geförderten Forschungsprojektes sollen Fortschritte bei der Prävention und Bekämpfung von Alterserkrankungen erzielt werden. Die Zielsetzung des Forschungsvorhabens besteht darin, durch den Einsatz von Mikrosensoren in Textilien älteren Menschen bei der Bewältigung von Altersbeschwerden zu helfen und diesen vorzubeugen, indem eine kontinuierliche Überwachung des Gesundheitszustands von Patienten in Echtzeit gewährleistet wird.

Nadja Dwenger

Nadja Dwenger

Universität Hohenheim
Nadja Dwenger
Prof. Dr. Nadja Dwenger vertritt den Lehrstuhl für Finanzwissenschaft an der Universität Hohenheim. Sie promovierte 2010 in Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin und war Postdoktorandin am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen in München. Sie ist Mitglied im Arbeitskreis Finanzwissenschaft des Bundesfinanzministeriums. 2012 war sie als Gastwissenschaftlerin an der University of California in Berkeley (USA). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der empirischen Finanzwissenschaft. Sie untersucht insbesondere die Frage, wie Individuen und Unternehmen auf staatliche Regelungen und institutionelle Rahmenbedingungen reagieren und inwiefern sich dieses Verhalten am Gemeinwohl orientiert.

Steuermoral und prosoziales Verhalten

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, Bedingungen zu identifizieren, die für eine hohe Steuermoral förderlich sind. Diese Bedingungen sind in der wissenschaftlichen Literatur – trotz ihrer gesellschaftlichen Bedeutung – nach wie vor weitgehend unverstanden. Insbesondere soll untersucht werden, warum viele Individuen selbst dann zu einer ehrlichen Steuerzahlung bereit sind, wenn eine Überprüfung ihrer Steuerzahlung unwahrscheinlich oder sogar ausgeschlossen ist. Daran anschließend soll das Projekt den Zusammenhang zwischen Steuermoral und prosozialem (gemeinschaftsorientiertem) Verhalten in anderen Kontexten untersuchen. Zur Untersuchung dieser Fragestellungen sollen sowohl Labor- als auch Feldexperimente eingesetzt werden.

Martin Emmert

Martin Emmert

FAU Erlangen-Nürnberg
Martin Emmert
PD Dr. Martin Emmert studierte Betriebswirtschaftslehre an der FAU Erlangen-Nürnberg sowie an der Universidad Cristóbal Colon in Veracruz (Mexiko). Nach seinem Studienabschluss war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement tätig, wo er im Jahr 2008 promovierte. Seit Mai 2011 hat er eine Juniorprofessur für Versorgungsmanagement an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der FAU inne. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen gesundheitsökonomische Evaluationsstudien, Public Reporting sowie Pay for Performance.

Untersuchung der Verständlichkeit von Informationen zur risikoadjustierten Ergebnisqualität von Krankenhäusern auf Internetportalen zur Steigerung der Patientensicherheit

Im deutschen Gesundheitswesen können beträchtliche Unterschiede in der Versorgungsqualität von Krankenhäusern festgestellt werden, was insbesondere für Patienten ein großes Maß an Unsicherheit bedeutet. Die Konsequenz ist eine zunehmende Forderung nach mehr Transparenz. Neben veröffentlichten Qualitätsberichten erhalten Patienten insbesondere auf Internetportalen Informationen über die Qualität von Krankenhäusern. Allerdings ist bislang unklar, ob und in welchem Ausmaß die dort zur Verfügung gestellten Informationen richtig verstanden bzw. interpretiert werden.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens soll anhand einer Studie das Verständnis der Bevölkerung zu dargestellten Informationen der risikoadjustierten Ergebnisqualität auf Internetportalen untersucht werden. Im Zentrum der Untersuchung steht neben der Analyse von unterschiedlichen Darstellungsvarianten auch eine Online-Befragung zu deren Verständlichkeit. Die Ergebnisse der Studie sollen anschließend mit Erkenntnissen aus der international verfügbaren Literatur verglichen werden. Damit soll ein Beitrag dazu geleistet werden, dass Patienten zukünftig adäquat aufbereitete Informationen erhalten.

Julia Klier

Julia Klier

Universität Regensburg
Julia Klier
Dr. Julia Klier studierte Finanz- und Informationsmanagement an der Universität Augsburg und der TU München. Nach ihrem Studienabschluss promovierte sie 2009 an der Universität Augsburg im Fachbereich Wirtschaftsinformatik. Sie ist Projektleiterin bei der internationalen Unternehmensberatung McKinsey & Company sowie assoziierte Forscherin an der Universität Regensburg. Im Jahr 2010 wurde sie vom Karriereportal der Zeitung DIE ZEIT (academics) als Nachwuchswissenschaftlerin des Jahres ausgezeichnet. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen soziale Medien und soziale Netzwerkanalyse, E-Government und (digitales) Kundenbeziehungs-management.

Der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien zur Reduzierung von (Jugend-)Arbeitslosigkeit

In Deutschland und verstärkt in vielen südeuropäischen Ländern stellt (Jugend-)Arbeitslosigkeit ein komplexes, soziales Problem für Politik, Gesellschaft und Wirtschaft dar. Zielsetzung des Forschungsvorhabens von Julia Klier ist es, zu untersuchen, wie der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) – allen voran mobiler Anwendungen (z. B. Apps), sozialer Technologien (z. B. soziale Netzwerke wie Facebook) und offener, digitaler Plattformen (z. B. Open Data) – dazu beitragen kann, (Jugend-)Arbeitslosigkeit zu verringern.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens stehen drei wissenschaftliche Teilprojekte im Fokus: Zum einen soll untersucht werden, welcher Nutzen durch Open Data-Anwendungen (z. B. Arbeitsmarktmonitor) bzw. die Öffnung bestehender Plattformen erzielt werden kann. Zum anderen soll die Rolle mobiler Apps (z. B. JOBBÖRSE-App) bei der Vermittlung von arbeitslosen Jugendlichen näher betrachtet werden. Darüber hinaus soll analysiert werden, wie Arbeitslose mit elektronischen Self Services (z. B. in den Arbeitsagenturen) zurechtkommen und welche Effekte der Einsatz solcher Self Services mit sich bringt.

Methodisch ist das Forschungsvorhaben dem gestaltungsorientierten Forschungsparadigma (Design Science) zuzuordnen. Für alle drei Teilzielsetzungen stehen dabei die Entwicklung und Evaluation von IKT-Artefakten im Fokus. Letztere beinhaltet insbesondere auch die Evaluation des praktischen Nutzens der entwickelten Artefakte.

Tassilo Schuster

Tassilo Schuster

LMU München
Tassilo Schuster
Prof. Dr. Tassilo Schuster ist Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere für Wirtschaft in Japan an der LMU München. Er promovierte an der FAU Erlangen-Nürnberg und war dort bis September 2017 als Akademischer Rat am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Internationales Management tätig. Zahlreiche seiner Forschungsergebnisse wurden in renommierten Zeitschriften wie dem Journal of Product Innovation Management, International Business Review und Journal of International Management veröffentlicht. Seit 2013 ist er als Associate Editor der Zeitschrift South Asian Journal of Global Business Research aktiv. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich Internationales Management, Personalmanagement und Management in Emerging Markets, zu denen bspw. Themen wie Geschäftsstrategien in einkommensschwachen Märkten und Auslandsentsendungen in Hochrisikoländern zählen.

Inpatriates – Ausländische Mitarbeiter als strategische Erfolgsfaktoren von Unternehmungen

Zahlreiche Unternehmungen aus der Metropolregion Nürnberg sind zu globalen Akteuren aufgestiegen und vertreiben heute führende Produkte und Dienstleistungen weltweit. Die globale Präsenz bringt mit sich, dass verstärkt ausländische Mitarbeiter in die Muttergesellschaft entsandt werden (Inpatriation), da hierdurch einerseits eine effiziente Koordination der Tochtergesellschaften sichergestellt und andererseits ein reger Wissensaustausch zwischen Mutter- und Tochtergesellschaften erreicht werden kann. Unternehmungen aus der Metropolregion klagen jedoch zunehmend über Schwierigkeiten, hochqualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland für eine Beschäftigung in der Region zu gewinnen. Zwar ist die Metropolregion wirtschaftlich bedeutend, jedoch besitzt sie im Vergleich zu anderen Metropolregionen wie Berlin, Hamburg, München, Madrid, Amsterdam, Paris und London eine geringere Attraktivität.

Ziel des Forschungsprojekts ist es, den Einsatz von Inpatriates zur Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmungen zu analysieren und Unternehmungen aus der Metropolregion Nürnberg bei diesem Vorhaben zu unterstützen.

Michael W. Stich

Michael W. Stich

Universität zu Köln
Michael W. Stich
Prof. Dr. Michael W. Stich studierte von 2004 bis 2009 Betriebswirtschaftslehre an der Universität Regensburg und der Katholischen Universität Leuven. Nach seinem Studienabschluss war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum tätig und wurde 2011 im Bereich Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung promoviert. Von April 2012 bis März 2017 war er Juniorprofessor für Empirische Wirkungslehre der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der FAU Erlangen-Nürnberg. Im April 2017 wurde er als Professor für Empirical Accouting (Value und Risk) an die Universität zu Köln berufen. In Forschung und Lehre befasst er sich insbesondere mit den Ursachen und Folgen der Publikation von finanziellen und nichtfinanziellen Unternehmensinformationen. Ein besonderes Augenmerk gilt hierbei der Frage, inwiefern Rechnungslegungsnormen das Verhalten von gesellschaftlichen Entscheidungsträgern direkt und/ oder indirekt beeinflussen.

Risiken und Nebenwirkungen von Rechnungslegungsnormen für nachhaltiges Wirtschaften

Bereits seit einigen Jahren unternimmt die Gesellschaft bedeutende Anstrengungen, vorhandene Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Diverse Initiativen sowie Ge- und Verbote auf der nationalen, europäischen und internationalen Ebene sollen dazu beitragen, dass sich auch Unternehmen an nachhaltigen, langfristigen Zielen orientieren. Dennoch stehen insbesondere einige Rechnungslegungsnormen auf der europäischen Ebene im Verdacht, diesem Ziel auf indirektem Wege zuwider zu laufen. So wird beispielsweise gemutmaßt, dass die Pflicht zur quartalsweisen Berichterstattung Manager zu kurzfristigen – und somit wohl oftmals auch weniger nachhaltigen – unternehmerischen Entscheidungen verleitet.

Im Rahmen dieses Forschungsprojekts werden derartige indirekte, potentiell nachteilige Effekte von Rechnungslegungsnormen auf nachhaltiges Wirtschaften kritisch hinterfragt.

Alexander Bohnert

Alexander Bohnert

FAU Erlangen-Nürnberg
Alexander Bohnert
Dr. Alexander Bohnert studierte Wirtschaftsmathematik an der Universität Ulm und der University of West Florida (USA). Er promovierte am Lehrstuhl für Versicherungswirtschaft und Risikomanagement an der FAU Erlangen-Nürnberg, wo er derzeit als Akademischer Rat tätig ist. Forschungsaufenthalte führten ihn an die Aarhus University (Dänemark) und die Florida State University (USA). Seine Publikationen erscheinen in führenden nationalen und internationalen Fachzeitschriften. Seine Forschungsschwerpunkte sind Enterprise Risk Management, innovative Lebensversicherungsprodukte, (Lebens-) Versicherungsmathematik sowie Regulierung und Solvenzmessung im Finanzdienstleistungssektor.

Determinanten und Wert von Enterprise Risk Management in europäischen Versicherungsunternehmen

Enterprise Risk Management (ERM) hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen und ist für das Management von Risiken in Unternehmen höchst relevant. Ein holistisches und ganzheitliches Risikomanagement hat die Steigerung des Unternehmenswerts zum Ziel, erfordert jedoch erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen.

Das Ziel des Forschungsprojekts ist eine empirische Untersuchung der Auswirkungen des Enterprise Risk Managements (ERM) auf den Unternehmenswert europäischer Versicherer sowie die Identifikation von Faktoren (Determinanten), die eine Einführung von ERM begünstigen. Das Projekt soll damit auch wertvolle Erkenntnisse für ein verantwortungsbewusstes Handeln und Unternehmensentscheidungen hinsichtlich der Implementierung eines Risikomanagement-Systems liefern.

Christian Pescher

Christian Pescher

FAU Erlangen-Nürnberg
Christian Pescher
Prof. Dr. Christian Pescher studierte Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Statistik und Marketing an der KU Eichstätt-Ingolstadt sowie den Masterstudiengang Sprechwissenschaften an der Universität Regensburg. Während des Studiums absolvierte er Auslandssemester in Chile, Brasilien und Mexiko. Er promovierte an der Universität Passau und an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Thema „Social Networks in Marketing und Innovation“. Im Anschluss an die Promotion verbrachte er einen neunmonatigen Forschungsaufenthalt an der University of Southern California in Los Angeles (USA). Bevor er den Ruf auf die Juniorprofessur für Digitales Marketing an der FAU Erlangen-Nürnberg annahm, war er bei der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG verantwortlich für Planung und Reporting in Europa.

Idea Screening in Crowdsourcing

Der Grundgedanke des Crowdsourcing besteht darin, Tätigkeiten, die vorher unternehmensintern bearbeitet wurden über das Internet an eine große Menge anonymer Teilnehmer, die sogenannte „Crowd“, outzusourcen. Somit können Unternehmen auf das heterogene Wissen und die vielfältigen Fähigkeiten einer hohen Anzahl von Menschen zugreifen. Ein beliebtes Anwendungsgebiet des Crowdsourcing ist die Ideation. Dabei existieren zwei Phasen: Ideengenerierung und Ideenselektion. Während es im Crowdsourcing kein Problem ist, viele Ideen zu generieren, wird bei der Ideenselektion häufig mit der Evaluierung durch andere Teilnehmer (potentielle Interessenkonflikte) oder durch Experten (kognitiv anfällig für Fehler bei sehr vielen Ideen) gearbeitet.

Im Rahmen des Forschungsprojekts sollen sowohl die vor-inventiven Gedankenstrukturen der Teilnehmer mittels semantischer Netzwerke als auch frei verfügbare Informationsstrukturen im Internet identifiziert werden. Anhand der Ergebnisse vergangener Crowdsourcing-Wettbewerbe werden Regelmäßigkeiten aufgezeigt, welche gute Ideen von schlechten Ideen unterscheiden. Dies ermöglicht eine Automatisierung der Ideenselektion.

Agnis Stibe

Agnis Stibe

ESLSCA Business School Paris
Agnis Stibe
Prof. Agnis Stibe, Ph.D. ist Professor of Transformational Sociotech Design an der ESLSCA Business School Paris. Seine Forschung stützt sich auf soziopsychologische Theorien, um „Social Influencing Systems“ (SIS) zu entwickeln, die zu einer ganzheitlichen Veränderung des Gesundheitsbewusstseins und -verhaltens von Menschen führen sollen. Agnis Stibe hält regelmäßig Vorträge auf internationalen Konferenzen und arbeitet eng mit Industriepartnern zusammen. Unter anderem arbeitete er bereits für namhafte Unternehmen wie Hewlett-Packard, Oracle und First Data. Das lettische Ministerium für Bildung und Wissenschaft hat ihn bereits zweifach für seine langfristige, kreative Arbeit ausgezeichnet. Er hat einen Masterabschluss in Informatik von der Universität Lettlands, einen MBA von der Technischen Universität Riga (Lettland), promovierte an der Universität Oulu (Finnland) und erhielt ein Postdoctoral Training im Media Lab des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA).

Nürnberg– Eine „Persuasive City“ für nachhaltiges Wohlbefinden und Innovation

Die Grundidee des Forschungsprojekts von Agnis Stibe ist, dass die Lebensqualität in Städten wie Nürnberg durch eine Umgestaltung und Erweiterung von urbanen Lebensräumen mit „persuasiven“ Technologien und sozialen Beeinflussungsstrategien verbessert werden kann. Persuasive Technologien zielen darauf ab, das Verhalten von Bürgern zu verändern und sie auf subtile und oftmals spielerische Weise zu einer nachhaltigen und gesünderen Lebensweise zu animieren.

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Fragestellung, wie der Einsatz von persuasiven Technologien (z. B. intelligente Außensensoren, interaktive und öffentliche Feedbackkanäle) soziale Veränderungsprozesse unterstützen kann. Insbesondere untersucht Agnis Stibe in seinem Projekt, wie entsprechende Technologien den Bürgern einer Stadt dabei helfen können, gesunde und ressourceneffiziente Alltagsroutinen zu übernehmen. Das übergeordnete Projektziel ist es, neue Wege aufzuzeigen, wie mithilfe persuasiver Technologien eine sozial beeinflussende Umgebung geschaffen werden kann, die Innovation und das Wohlbefinden der Bürger einer Stadt unterstützt.

Lorenz Graf-Vlachy

Lorenz Graf-Vlachy

Universität Passau
Lorenz Graf-Vlachy
Dr. Lorenz Graf-Vlachy ist Akademischer Rat an der Universität Passau. Seine Forschung beschäftigt sich mit verhaltenswissenschaftlichen Aspekten von Strategie sowie mit Innovation und Digitalisierung. Er ist Diplom-Wirtschaftsinformatiker und wurde im strategischen Management an der FAU Erlangen-Nürnberg promoviert. Er studierte im MBA-Programm der Indiana University und an der Tongji-Universität. Weiterhin war er Visiting Scholar an der Penn State University. Vor seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war er als Projektleiter bei The Boston Consulting Group (BCG) in München und beim World Economic Forum (WEF) in Genf beschäftigt.

Kognitive Komplexität von CEOs

Das strategische Verhalten von Unternehmen ist zu einem nicht geringen Teil eine Reflektion der Persönlichkeitseigenschaften ihrer Chief Executive Officers (CEO). Eine bisher nicht ausreichend erforschte Eigenschaft von CEOs ist ihre kognitive Komplexität. Kognitive Komplexität beschreibt Denkstrukturen – und damit nicht, was eine Person inhaltlich denkt, sondern wie sie denkt und auf welche Weise ihr Denken organisiert ist. Das Forschungsprojekt zielt auf die Beantwortung zweier zentraler Fragen ab: 1) Von welchen Faktoren hängt die kognitive Komplexität von CEOs ab? 2) Welche Auswirkungen hat die kognitive Komplexität von CEOs für die von ihnen geführten Unternehmen?

Tim Alexander Herberger

Tim Alexander Herberger

Andrássy Universität Budapest
Tim Alexander Herberger
Dr. Tim Alexander Herberger studierte Betriebswirtschaftslehre an der FAU Erlangen-Nürnberg sowie der Universität St. Gallen. Im Anschluss trat er eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Finanzwirtschaft der Otto-Friedrich-Universität Bamberg an und promovierte über Finanzierungsstrategien in der Aus- und Weiterbildung von Studierenden. 2018 nahm er die Universitätsdozentur und Leitung des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre I an der Andrássy Universität Budapest an. Seine Forschungsinteressen liegen u. a. in der empirischen Kapitalmarktforschung, in der Bewertung von Humankapital sowie in der Finanzintermediation und Finanzmarktkommunikation.

Social Media-Kanäle als Informationsintermediäre – Einfluss auf Kapitalmarktakteure, Marktmikrostruktur sowie auf die Digitalisierung in der Finanzmediation, Rechnungslegung, Wirtschaftsprüfung & Unternehmenspublizität

Informationsintermediäre können bei der Kommunikation von Unternehmensnachrichten helfen, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Ursächlich hierfür sind geringere Kosten bei gleichzeitig schnellerer Informationssuche, -verbreitung und Erweiterung des Adressatenkreises. Es liegt nahe, dass dies auch für den Einsatz von Social Media-Kanälen gilt. Ziel des Projektes ist es zu analysieren, ob für verschiedene Stakeholder sowie die zugrundeliegende Marktmikrostruktur ein Nutzen durch den Einsatz von Social Media-Kanälen im Zuge der kapitalmarktrelevanten Kommunikation von Unternehmensinformationen realisiert werden kann. Dies schließt eine kritische Analyse möglicher Risiken aus der Nutzung solcher Intermediäre mit ein. Hierdurch sollen Implikationen für die Finanzintermediation sowie die Digitalisierung in der Rechnungslegung abgeleitet werden.

Cynthia Sende

Cynthia Sende

FAU Erlangen-Nürnberg
Cynthia Sende
Dr. Cynthia Sende studierte Psychologie an der Technischen Universität Dresden. Nach ihrer Tätigkeit als Projektleiterin in einer personalpsychologischen Unternehmensberatung promovierte sie am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpsychologie an der FAU Erlangen-Nürnberg über die Aussagekraft von Arbeitszeugnissen in der Personalauswahl. Ihre Forschungsschwerpunkte sind eignungsdiagnostische Methoden (insbes. Referenzen) sowie die Wirkung von Digitalisierung und Flexibilisierung in der Arbeitswelt.

Digitaler Stress: Wann die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnik Gesundheit und Leistung beeinträchtigen kann

Im Forschungsprojekt soll in einer Längsschnittstudie der Einfluss psychologische Faktoren (z. B. Selbstkontrolle, Fear of Missing Out) auf die Nutzung digitaler Medien und auf die Wirkung der Mediennutzung auf Wohlbefinden und Leistung im Studium bzw. Beruf untersucht werden. Auf Basis der Forschungsergebnisse sollen Empfehlungen für die Optimierung des Mediennutzungsverhaltens abgeleitet werden, um mögliche negative Auswirkungen wie Stresserleben, Entgrenzung und Beeinträchtigung der Work-Life-Balance zu reduzieren.

Julia Fehrer

Julia Fehrer

University of Auckland
Julia Fehrer
Dr. Julia Fehrer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Marketing an der Universität Auckland (Neuseeland) und Habilitandin am Lehrstuhl für Marketing und Dienstleistungsmanagement an der Universität Bayreuth. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Kunden- und Stakeholder-Engagement in Netzwerken, Systemische Business Modelle, Market Shaping und Innovation. In der Lehre hat sie sich auf Digitales Marketing, Innovationen im Service Management, Service Design und Service Marketing spezialisiert. Sie kann auf mehr als zwölf Jahre internationale Managementerfahrung in der Versicherungsbranche zurückgreifen mit Expertise in der Strategieentwicklung und im Kundenbeziehungsmanagement. Ihr enger Praxisbezug garantiert eine hohe Praxisrelevanz in ihren Forschungsprojekten.

Service Innovation in sozialen cyber-physischen Systemen: Design, Adoptions- und Lern-Prozesse für radikale technologische Innovation

Künstliche Intelligenz, Robotik und soziale cyber-physische Systeme haben einen grundlegenden Einfluss darauf, wie wir sozial interagieren. Mensch und Technologie verbinden sich mit ihrer Umgebung auf eine komplett neue Art und Weise, was zu disruptiven Veränderungen in unterschiedlichsten Sektoren führt. Technologie verändert schneller denn je Service und Service Innovation. Künstliche Intelligenz und Wearables haben beispielsweise in der Medizin, im Sport oder im Austausch von Daten eine große Bandbreite an denkbaren Anwendungsfeldern. Im Rahmen des Forschungsprojekts soll der radikale Innovationsprozess genauer beleuchtet und von einer systemischen Perspektive definiert werden. Dadurch soll das Verständnis darüber, wie verschiedene Akteure wie z. B. potentielle Kunden, Entwickler, Investoren, die Technologie selbst und sogar Mitbewerber im Innovationsprozess aktiver eingebunden werden und voneinander lernen können. Es wird mit verschiedenen systemischen Designmethoden experimentiert, die Adoptions- und Lern-Prozesse von unterschiedlichen Akteuren unterstützen, um ein Rahmenwerk für Führungskräfte und Unternehmer zu erstellen, wie diese systemische Innovationen erfolgreich fördern können.

Jacob Hörisch

Jacob Hörisch

Leuphana Universität Lüneburg
Jacob Hörisch
Leuphana Universität Lüneburg
Prof. Dr. Jacob Hörisch ist Juniorprofessor für Nachhaltigkeitsökonomie & -management am Centre for Sustainability Management der Leuphana Universität Lüneburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Nachhaltigkeitsmanagement, Sustainable Entrepreneurship, Stakeholder Theory und Nachhaltigkeitsökonomie. Zu diesen Themen hat er bereits zahlreiche Beiträge in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. Seine Forschung wurde mit Best Paper Awards auf internationalen Konferenzen und dem Leuphana Best Young Researcher Award ausgezeichnet.

Der Einfluss ethischer Unternehmenskulturen auf unternehmerische Nachhaltigkeit

Unternehmen sind für eine nachhaltige Entwicklung von zentraler Bedeutung und gleichzeitig stellt unternehmerische Nachhaltigkeit eine große Herausforderung für Unternehmen dar. Oftmals wird erwartet, dass Unternehmen, die einer explizit ethischen Unternehmenskultur folgen, dieser Herausforderung besser gerecht werden.
Das Forschungsprojekt untersucht daher, ob und wie eine ethische Unternehmenskultur
unternehmerische Nachhaltigkeit beeinflusst. Ziele der Untersuchung sind beispielsweise das Phänomen einer explizit ethischen Unternehmenskultur zu definieren, mögliche verschiedene ethische Unternehmenskulturen und die zugrunde liegenden philosophischen und weltanschaulichen Werte zu konzeptualisieren sowie die Effekte von ethischen Unternehmenskulturen auf unternehmerische Nachhaltigkeit zu analysieren.

Julia Kraft

Julia Kraft

HHU Düsseldorf
Julia Kraft
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Dr. Julia Kraft studierte Rechtswissenschaft an der Universität Passau, der Université de Genève (Schweiz) und der LMU München. Sie absolvierte zudem das LL.M.-Programm der KU Leuven (Belgien). 2005 promovierte sie mit einer Arbeit zum Europäischen Unternehmensrecht an der Universität Bayreuth. Derzeit ist sie Postdoktorandin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Vor ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit war sie u. a. als Zivilrichterin und Staatsanwältin (Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen und Korruptionsbekämpfung) sowie als Referentin im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (Referat für Europäisches Gesellschaftsrecht, Konzern- und Umwandlungsrecht) tätig.

Armut im Privatrecht

Recht ist ein wichtiges Steuerungsinstrument der Armutspolitik, also jenem Politikfeld, welches sowohl den Schutz vor als auch die Überwindung von Armut umfasst. Das gilt nicht nur für das Sozialrecht, sondern auch für das Privatrecht. Das Ziel der Armutsprävention wurde bereits zum Motor privatrechtlicher Gesetzesinitiativen und die Rechtspolitik hat armutsgefährdete Menschen als eine „besondere Verbrauchergruppe“ mit Unterstützungsbedarf identifiziert. Diese Entwicklung nimmt das Forschungsprojekt zum Anlass, um nach der rechtlichen Position wirtschaftlich Bedürftiger im Privatrecht zu fragen. Diese Position soll mit Hilfe eines wohlfahrtsökonomischen Ansatzes zur Bestimmung des individuellen Wohlergehens analysiert und bewertet werden. Dabei wird der Gedanke leitend sein, dass sich das Wohlergehen eines Menschen nicht allein mit Blick auf dessen Einkommen und Vermögen definieren lässt, weil diese nicht um ihrer selbst willen erstrebenswert sind.

Daniel Kühnle

Daniel Kühnle

FAU Erlangen-Nürnberg
Daniel Kühnle
FAU Erlangen-Nürnberg
Dr. Daniel Kühnle studierte Politik- und Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Leeds (UK) und Lund (SWE) sowie Entwicklungsökonomik und -politik an der Universität Manchester (UK). Nach einem Aufenthalt als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Melbourne Institute of Applied Economic and Social Research in Australien promovierte er am Lehrstuhl für Statistik und empirische Wirtschaftsforschung an der FAU Erlangen-Nürnberg, wo er derzeit als Akademischer Rat tätig ist. Seine Forschungsaufenthalte führten ihn an die Sydney University (AUS), Boston University und Northwestern University (USA). Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der empirischen Gesundheits-, Bildungs- und Arbeitsmarktforschung.

Effekte von Elternzeiten auf Unternehmen und Mitarbeiter/Innen

Bezahlte Elternzeitregelungen sind ein wichtiges Politikinstrument in vielen OECD-Ländern, um jungen Familien die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Dennoch herrscht auf dem Arbeitsmarkt ein potentieller Zielkonflikt zwischen den Elternzeitwünschen von Unternehmen und Eltern: wo Eltern sich tendenziell längere Erwerbsunterbrechungen wünschen, sind Arbeitgeber an einer möglichst kurzen Erwerbsunterbrechung interessiert, um die durch Umstrukturierung entstehende Kosten zu minimieren. Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, die externen Effekte von Elternzeitregelungen auf
Firmen, Mitarbeiter sowie Kinder zu ermitteln.

Harry van der Weijde

Harry van der Weijde

University of Edinburgh
Harry van der Weijde
University of Edinburgh & Alan Turing Institute for Data Science
Dr. Harry van der Weijde ist Energiewissenschaftler und forscht an der Schnittstelle zwischen Ökonomie, Ingenieurwissenschaften und Operations Research. Er ist Chancellor’s Fellow an der University of Edinburgh und Fellow am Alan Turing Institute for Data Science (UK), davor war er an der University of Cambridge (UK) und der Vrije Universiteit Amsterdam (NL) tätig. Er ist Mitglied im Forschungsverband des National Centre for Energy Systems Integration sowie Leiter des von der EU geförderten Arbeitspakets Energy Systems in Transition Training Network.

Modellierung von Risiken und Unsicherheiten in Strommärkten: Methoden und Implikationen

Europäische Elektrizitätssysteme durchlaufen eine Zeit enormer Veränderungen, die einen hohen Investitionsbedarf in Netz- und Erzeugungskapazitäten zur Folge haben. Es existieren bereits Modelle, die dabei helfen sollen, diesen Bedarf zu den niedrigsten Kosten zu decken. Diese sind jedoch zu stark vereinfacht, da sie nicht berücksichtigen, dass Investoren im Strommarkt risikoscheu sind und konzentrieren sich außerdem auf die Strommärkte in den USA. Im Rahmen des Forschungsprojekts sollen Methoden entwickelt werden, um Unsicherheit und Risikoaversion in Optimierungs- und Gleichgewichtsmodelle europäischer Strommärkte einzubeziehen. Diese Modelle sollen anschließend verwendet werden, um die Auswirkungen von Unsicherheit und Risiken auf die räumliche Verteilung von Investitionen in Stromerzeugungskapazitäten, die optimalen Übertragungsausbaustrategien und das Energiemarktdesign zu analysieren.

Ehrenpreis Lebenswerk

August-Wilhelm Scheer

August-Wilhelm Scheer

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. August-Wilhelm Scheer, geb. am 27.07.1941, war von Mai 1975 bis Februar 2005 Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik (IWi) im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) an der Universität des Saarlandes mit Forschungsschwerpunkt auf Informations- und Geschäftsprozessmanagement in Industrie, Dienstleistung und Verwaltung. Seit März 2005 ist er beratender Professor am DFKI.

1984 gründete er das internationale Software- und Beratungsunternehmen IDS Scheer AG, das Tochterunternehmen in 27 Ländern unterhält. 1991 erschien das Buch „ARIS Architektur integrierter Informationssysteme – Grundlagen der Unternehmensmodellierung“, das die Grundkonzeption des von der IDS entwickelten ARIS-Toolsets enthält. 1997 gründete er die imc, information multimedia communication AG. Heute ist er Aufsichtsratsvorsitzender beider Unternehmen.

1997 wurde Prof. Scheer die Ehrendoktorwürde durch die Universität Pilsen (Tschechische Republik) für seine wissenschaftlichen Verdienste um die Entwicklung von Methoden zur Gestaltung von Informationssystemen und zur Analyse von Geschäftsprozessen verliehen. Er ist seit November 1999 Beauftragter des Ministerpräsidenten des Saarlandes für die Aufgabenbereiche Innovation, Technologie und Forschung.

Im Jahr 2001 gründete er die August-Wilhelm-Scheer-Stiftung für Wissenschaft und Kunst. Im Juli 2001 wurde Prof. Scheer vom Ministerpräsidenten des Saarlandes mit dem saarländischen Verdienstorden ausgezeichnet. Im Oktober 2001 wurde ihm die Ehrendoktorwürde durch die Universität Hohenheim verliehen. Im Oktober 2003 wurde er zum Entrepreneur des Jahres 2003 in der Kategorie „Informationstechnologie“ gewählt. Im Jahr 2005 erhielt er den Erich-Gutenberg-Preis und wurde mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Seit 2006 ist er Mitglied im Rat für Innovation und Wachstum der Bundesregierung. 2007 wurde er zum Präsidenten des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien e. V. (BITKOM) gewählt.

Horst Steinmann

Horst Steinmann

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Horst Steinmann, geboren am 17.07.1934 in Bad Salzuflen (Lippe), promovierte 1962 an der TU Clausthal, wo er fünf Jahre später auch habilitierte. Zudem erwarb er 1965 am Institut Européen d‘Administration des Affaires (INSEAD) in Fontainebleau den Master of Business Administration mit hoher Auszeichnung. 1968 wurde er Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Unternehmensforschung, an der Freien Universität Berlin von wo aus er zwei Jahre später an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wechselte und dort den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Unternehmensführung, übernahm.

Während seiner Zeit als Lehrstuhlinhaber an der FAU erhielt er Rufe an verschiedene Universitäten (Paderborn, Darmstadt, FU Berlin), die er aber allesamt ablehnte. Zudem erhielt er 1996 den Ehrendoktortitel der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern sowie 1999 den Ehrendoktortitel der Robert-Schumann-Universität Straßburg für seine vielbeachtenden Arbeiten zur Theorie der Unternehmensführung, insbesondere zur Wirtschafts- und Unternehmensethik. Zahlreiche Diplomanden, Doktoranden und Habilitanden Horst Steinmanns erreichten in Wissenschaft und Wirtschaft hohe Positionen und wurden in der Öffentlichkeit bekannt.

Neben seiner Tätigkeit als Universitätsprofessor gründete er 1986 das European Business Ethics Network (EBEN) sowie 1993 das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik (DNWE), als dessen Präsident er bis 2000 fungierte. Des Weiteren ist er Mitglied der in den USA angesiedelten Academy of Management sowie der Society for Business Ethics (ebenfalls USA) und des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft, in welchem er von 1978 bis1980 stellvertretender Vorsitzender war.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen seit jeher Unternehmensführung, Corporate Governance, Personalmanagement, Strategische Planung und Kontrolle, Organisationstheorie, Unternehmensethik und Wissenschaftstheorie. Insbesondere zur gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmensführung hält er weiterhin Vorträge und publiziert Aufsätze. Horst Steinmann verfasste bislang 300 Aufsätze und 25 Bücher als (Ko-)Autor bzw. als (Mit-)Herausgeber, die zum Teil ins Polnische, Tschechische, Japanische und Chinesische übersetzt wurden.

Jürgen Mittelstraß

Jürgen Mittelstraß

Prof. Dr. phil. Dr. h.c. mult. Dr.-Ing. E.h. Jürgen Mittelstraß, 1936 in Düsseldorf geboren, studierte Philosophie, Germanistik und evangelische Theologie in Bonn, Erlangen, Hamburg und Oxford. Er promovierte 1961 an der FAU Erlangen-Nürnberg, wo er 1968 auch habilitierte. Zwei Jahre später wurde er zum Ordinarius für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Universität Konstanz ernannt. Von 1990 bis 2005 war er dort Direktor des Zentrums Philosophie und Wissenschaftstheorie. Aktuell sitzt er dem Österreichischen Wissenschaftsrat in Wien vor und ist außerdem als Direktor des Konstanzer Wissenschaftsforums tätig.

Einen großen Teil seiner Forschungsaktivitäten hat der Philosoph und Wissenschaftstheoretiker in wissenschaftlichen Einrichtungen und Akademien entfaltet. So war er unter anderem Mitglied der Academia Europaea (von 2002 bis 2008 als Präsident), des Wissenschaftsrates, des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie des Rates für Forschung, Technologie und Innovation beim Bundeskanzler. Weitere Akzente setzte er als Präsident der Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie in Deutschland und als Gründungsmitglied des Deutsch-Amerikanischen Konzils. 2010 wurde Professor Mittelstraß in die Weltkommission für Ethik in Wissenschaft und Technologie (COMEST), einem beratenen Organ der UNESCO, berufen.

Von 2000 bis 2007 wurde ihm die Ehrendoktorwürde an sechs renommierten nationalen und internationalen Universitäten sowie die Ehrensenatorwürde an der FAU Erlangen-Nürnberg verliehen. Darüber hinaus konnte er zahlreiche weitere Auszeichnungen, wie beispielsweise den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, entgegennehmen.

Professor Mittelstraß beschäftigt sich vor allem mit Fragestellungen aus der allgemeinen Wissenschaftstheorie, Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte, Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie und Kulturtheorie. Geprägt durch den Erlanger Konstruktivismus gilt er als einer der Hauptvertreter und Mitbegründer der Konstanzer Schule und ist zudem Herausgeber der „Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie“.

Peter Mertens

Peter Mertens

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Mertens (Jahrgang 1937) studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der TH Darmstadt und promovierte dort 1961. Danach arbeitete er an der Technischen Universität München, der Johannes- Kepler-Universität Linz sowie am Massachusetts Institute of Technology (MIT). 1966 legte Peter Mertens an der Technischen Universität München die erste Habilitationsschrift im deutschsprachigen Raum zum Themengebiet der Wirtschaftsinformatik vor: „Die zwischenbetriebliche Kooperation und Integration bei der automatisierten Datenverarbeitung“. Anschließend arbeitete er für eine größere, auf EDV spezialisierte Unternehmensberatung in Zürich, zuletzt als Geschäftsführer.

1968 übernahm er den ersten auf betriebliche Datenverarbeitung ausgerichteten Lehrstuhl im deutschsprachigen Raum an der Universität Linz. Von 1970 bis 2005 war Peter Mertens Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsinformatik I an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg. Zugleich war er Leiter der Informatik-Forschungsgruppe „Betriebliche Anwendungen“ an der Technischen Fakultät. Seit ihrer Gründung 1999 bis 2011 lehrte er an der Bayerischen Eliteakademie.

Peter Mertens hat einschließlich der bearbeiteten Neuauflagen und der Übersetzungen ins Chinesische, Englische, Italienische und Russische 77 Bücher und fast 600 Zeitschriftenaufsätze und Beiträge zu Sammelwerken allein oder mit Ko-Autoren vorgelegt. Seine Monographie „Integrierte Informationsverarbeitung 1: Operative Systeme in der Industrie“ ist in 18 Auflagen erschienen.

Zu seinen Ämtern in der Wissenschaftsselbstverwaltung zählen langjährige Tätigkeiten in der Kollegialen Leitung des Regionalen Rechenzentrums Erlangen, als Mitglied der Senatskommission für Rechenanlagen der Deutschen Forschungsgemeinschaft, als Mitglied des Vorstands und Vorsitzender des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft, als Mitglied des Präsidiums der Gesellschaft für Informatik und als Hauptherausgeber der Zeitschrift WIRTSCHAFTSINFORMATIK.

Peter Mertens ist Fellow der Gesellschaft für Informatik (GI), Ehrenmitglied des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB) sowie Ehrendoktor der Universitäten Augsburg und Bern, der TU Darmstadt, der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU), Koblenz-Vallendar und der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Ehrenrings der Wirtschaftsuniversität Wien.

Hans-Jörg Bullinger

Hans-Jörg Bullinger

Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E.h. mult. Dr. h.c. mult. Hans-Jörg Bullinger, Jahrgang 1944, studierte Maschinenbau (Fachrichtung: Fertigungstechnik) und promovierte an der Universität Stuttgart. 1975, ein Jahr nach seiner Promotion, wurde er Abteilungsleiter für Unternehmensplanung des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (Fraunhofer IPA). Nach seiner Habilitation erhielt er einen Ruf auf die Professur für Arbeitswissenschaft/Ergonomie an der Universität Hagen. 1982 übernahm er den Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement an der Universität Stuttgart. Von 1981 bis 2002 bekleidete Hans-Jörg Bullinger zudem das Amt des Institutsleiters des neugegründeten Fraunhofer-Instituts für Arbeitswissenschaft und Organisation (Fraunhofer IAO). Von 2002 bis 2012 war er Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Seit 2013 ist er Mitglied im Fraunhofer-Senat.

Zu Hans-Jörg Bullingers zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen gehören u. a. die Otto-Kienzle-Gedenkmünze der Hochschulgruppe Fertigungstechnik, der VDI-Ehrenring in Gold sowie der Arthur-Burkhardt-Preis. Er wurde zudem mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg, der Grashof-Denkmünze des Vereins Deutscher Ingenieure, dem Leonardo European Corporate Learning Award in der Kategorie Thought Leadership sowie mit dem Hans-Peter-Stihl-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 2009 wurde er von der Zeitschrift Manager Magazin zum Manager des Jahres gewählt.

Hans-Jörg Bullinger hält Ehrendoktorwürden der Universität Novi Sad (Serbien-Montenegro) und der polytechnischen Universität Temeswar (Rumänien) sowie die Ehrenprofessorwürde der University of Science and Technology of China in Hefei (China). Darüber hinaus wurde er 1998 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande für herausragende Verdienste um Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland, 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für besondere Verdienste um Wissenschaft und Forschung in Deutschland sowie 2006 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für die Intensivierung des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft geehrt. 2012 folgte das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Helmut Haussmann

Helmut Haussmann

Prof. Dr. Helmut Haussmann (1943 in Tübingen geboren) studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Tübingen, Hamburg und Nürnberg und schloss sein Studium 1968 mit dem Diplom ab. Anschließend war er als geschäftsführender Gesellschafter bei der Firma Berninger & Spilcke KG in Bad Urach tätig. Ab 1971 war er Forschungsassistent am Lehrstuhl für Unternehmensführung der FAU Erlangen-Nürnberg, an dem er 1975 promovierte.

Seine politische Karriere begann er 1975 als Stadtrat in Bad Urach, gleichzeitig war er Kreisvorsitzender der FDP Reutlingen. Als Mitglied des Deutschen Bundestages (1976-2002) und Generalsekretär der FDP (1984-1988) übernahm er 1988 das Bundesministerium für Wirtschaft, das er bis 1991 leitete. Von 1991 bis 2002 war er Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags und Eurosprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Derzeit vertritt er die Bundesregierung im Board der Asia-Europe Foundation (ASEF) in Singapur.

Seit 1991 ist Helmut Haussmann bei der Unternehmensberatung Capgemini in Berlin tätig und ist Vice President des internationalen IT- und Consulting-Unternehmens Capgemini. Er ist Mitglied in verschiedenen nationalen und internationalen Beiräten und Aufsichtsräten.

Helmut Haussmann ist Honorar-Professor am Lehrstuhl für Internationales Management an der FAU Erlangen-Nürnberg und forscht zur Rolle der mittleren Unternehmen im Globalisierungsprozess. Darüber hinaus ist er Gastprofessor für International Business an der Eberhard-Karls- Universität Tübingen.

Seit 1996 ist er Kuratoriumsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung und der Theodor- Heuss-Haus-Stiftung. Helmut Haussmann ist Kommandeur der französischen Ehrenlegion, Träger des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland und der Ehrenmedaille der FAU Erlangen-Nürnberg. Darüber hinaus hat er den Ehrenvorsitz des Kreisverbandes Reutlingen

Karl-Dieter Grüske

Karl-Dieter Grüske

Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, geboren 1946 in Erlangen, studierte Volkswirtschaft in Erlangen-Nürnberg und München. Von 1972 bis 1988 war er Assistent und Akademischer Oberrat bei Prof. H.C. Reckten-wald am Volkswirtschaftlichen Institut der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg. 1978 promovierte er „summa cum laude“ mit einem Thema zu den Umverteilungseffekten des öffentlichen Haushalts. Für seine Habilitationsschrift wurde er 1986 mit dem Habilitationspreis der Universität Erlangen-Nürnberg und dem hoch dotierten Wolfgang-Ritter-Preis (Bremen) ausgezeichnet. 2010 verlieh ihm der Bundespräsident das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland am Bande.

2015 erhielt er die bayerische Verfassungsmedaille. Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem 1974 nach Indonesien, 1982 in den Jemen und 1987 in die USA. Von 1988 bis 1990 war er wissenschaftlicher Projektleiter am Institut für Wirtschaft und Gesellschaft bei Prof. Meinhard Miegel am Wissenschaftszentrum in Bonn. 1990 erhielt er einen Ruf an die Universität der Bundeswehr in Hamburg. 1991 übernahm er den Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Finanzwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg. Er ist Mitglied in den führenden Vereinigungen seines Faches, hat drei Bücher und zahlreiche Aufsätze verfasst und ist unter anderem Mitherausgeber der renommierten Edition der „Klassiker der Nationalökonomie“.

Karl-Dieter Grüskes Fachwissen ist in zahlreichen Gremien gefragt. So wurde er 1993 in den Wis-senschaftlichen Beirat für Familienfragen beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend berufen, dem er bis 2010 angehörte. Seit 1997 wirkte er als Mitglied des Wissenschaftli-chen Beirats für Verwaltungsreformen der hessischen Landesministerien und Universitäten, in verschiedenen Kommissionen zu Hochschulreformen und als Mitglied des bildungsökonomischen und finanzwissenschaftlichen Ausschusses des Vereins für Socialpolitik. 1999 wurde er in den Wis-senschaftlichen Beirat des Deutschen Jugendinstituts, München, berufen. 1993 wurde er Vorsit-zender der Gesellschaft für Finanzwissenschaftliche Forschung. 2008 wurde er zum Honorarprofes-sor der University for International Business and Economics in Peking ernannt. Von 2012 bis 2015 war Karl-Dieter Grüske Mitglied im Kuratorium des DAAD.

Karl-Dieter Grüske war von 1994 bis 1996 Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, von 1996 bis 2000 Mitglied des Senats, von 2000 bis 2002 Prorektor der Universität. Von April 2002 bis März 2015 war er zunächst Rektor, ab 2010 Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Nach zwei Jahren als zweiter Sprecher war er von 2009 bis 2011 Vorsitzender der Universität Bayern e.V. Von 2008 bis 2014 war er Vizepräsident für Forschung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).

Seit seinem Eintritt in den Ruhestand am 1.4.2015 ist er weiter aktiv, z. B. als Vorsitzender des Beirats für Forschungsmigration beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, als Vizepräsident der Virtuellen Hochschule Bayern, im Stiftungsbeirat der HRK, im Stiftungsrat der Bayerischen Eliteakademie, in den Kuratorien des Max-Planck-Institut des Lichts und des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS, in verschiedenen Kommissionen der HRK, als Ehrenvorsitzender des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen, im Beirat der Sparkasse Nürnberg und in zwei Aufsichtsräten. Daneben wirkt er als Gutachter (z. B. in Evaluationskommissionen) und als Redner zu hochschulpolitischen Themen.

Frank-Jürgen Weise

Frank-Jürgen Weise

Dr. h.c. Frank-Jürgen Weise war von 2004 bis 2017 Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg und von 2015 bis 2016 Leiter und Sanierer des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Sein beruflicher Werdegang führte ihn 1972 zur Bundeswehr, wo er zunächst zum Offizier im Heer ausgebildet wurde und anschließend Betriebswirtschaftslehre studierte. Als Kompaniechef, Fallschirmspringer wurde er zusätzlich als Jugendoffizier eingesetzt. Als Reserveoffizier wurde er u. a. als Bataillonskommandeur, stellvertretender Regimentskommandeur und Dezernent im NATO-Stab in Brüssel eingesetzt mit vielen Auslandseinsätzen, sowie als Inspizient der Bundeswehr für Nachwuchsgewinnung. Derzeit bekleidet er den Dienstgrad eines Obersts der Reserve.

Ab 1985 war Weise Controller bei der VDO Adolf Schindling AG und ab 1989 Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Braunschweiger Hüttenwerk GmbH. Anschließend war er als Geschäftsführer der Societät für Unternehmensplanung mit Sitz in Frankfurt und Basel tätig. Ab 1997 war er Vorstand der FAG Automobiltechnik AG in Schweinfurt und zusätzlich Personalchef der Führungskräfte der weltweiten FAG-Gruppe. Weise war Mitgründer, dann Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Microlog Logistics AG in Frankfurt am Main, das später an die Holding DELTON von Stefan Quandt verkauft wurde.

2002 wurde er als Verantwortlicher für Finanzen, Personal und Informationstechnologie in den Vorstand der Bundesagentur für Arbeit berufen. 2004 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden ernannt und trat das Amt Ende März 2017 ab.

2010 war er Leiter der Bundeswehr Strukturkommission, Ende 2015 bis 2016 übernahm Weise zusätzlich den Posten des Leiters und Sanierers des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. In 2017 war er Beauftragter der Bundesregierung für Flüchtlingsmanagement.

Weise ist Beiratsmitglied der Post-Stiftung, des IZA (Institut der Zukunft der Arbeit), der KPS Capital GmbH sowie Odewald KMU II. Neben seiner Tätigkeit als Partner bei der Rantum Capital GmbH, Frankfurt und der Firma KPS New York, ist er Senator der Deutschen Nationalstiftung, Vorsitzender des Vorstandes der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und ehrenamtlicher Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe.